Pflichtbesuch diesen Sommer war natürlich auch ein Abstecher zur PREMIUM, die mit allerlei Facettenreichem aufwartete. Gefühlte Millionen von Ausstellern hatten sich mal wieder versammelt, um ihre Marke perfekt in Szene zu setzen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Allen voran: das Schweizer Label Witty Knitters. Seine Anfänge machte das unter anderem in Kitzbühel und auf Sylt zu findende Unternehmen mit luxuriösen Cashmere-Kreationen. So entstand auch das Motto „Alice in sexy Cashmere Wonderland“ für die von Witty Knitters inszenierte Traumwelt, deren Konzept sich in allen Stores widerspiegelt. So fühlte ich mich auch auf der kleinen Präsentationsfläche wie verzaubert, zwischen riesigen Hüten, die in den Shops selbst als Lampen fungieren und fröhlich von der Decke baumeln, sowie einem eigens für Witty Knitters designten Sessel. Ebenso großer Eyecatcher war der ganz besondere Camouflage-Look: Bei genauerem Hinsehen entdeckte man nämlich kleine Hasen statt weißer Flecken. Ansonsten war wie immer Farbe, Farbe und noch mal Farbe angesagt, um die 30 Töne umfasst die Palette, in der immer und immer wieder neu variiert wird.
Ebenso entzückend war der handgemachte Schmuck des Pariser Designers Edward Achour. Die witzigen Püppchen im Stil von Coco Chanel begeisterten hier genauso wie der bisweilen obligatorische Moustache in Neon-Farbe und rockige Strickjacken mit Strass-Verzierung. Diese Kreationen sind die perfekte Ergänzung zu seinen aufwändigen Kleidungsstücken, die ebenfalls stark an Cocos typische Stoffmuster erinnern.
Von diesem Franzosen ging es gleich zum nächsten: Lacoste gab sich sportiv und feminin zugleich, mit in der Taille gebundenen Polo- und A-förmigen Kleidern in satten Farben und auffälligen Blockstreifen.
Wer mir hier mit dem Klischee Querstreifen machen dick kommen möchte, den verweise ich gleich zu Spanx, dem Geheimnis von Stars und Sternchen für unwiderstehliche Kurven. Und zwar nur dort, wo man sie auch wirklich haben möchte. Was für den Erfolg der Marke spricht, ist, so finde ich, vor allem die Begeisterung der Gründerin selbst für ihre Kreationen. So posierte Sara Blakely nämlich selbst für die Mama SpanxLinie, die der Figur von schwangeren Frauen zugutekommt. So wird in der Bauchregion unterstützt und im Beine-Po-Bereich geformt. Für die aktive Sportphase nach der Schwangerschaft hat sich Spanx was ebenso Cleveres ausgedacht, nämlich die Active-Linie. Hier findet
man verschiedene Hosen und Oberteile, die geschickt den Körper proportionieren und für eine Extraportion Selbstbewusstsein besonders in der Anfangsphase des Sportelns sorgen. Der Evergreen bei Spanx bleibt jedoch nach wie vor „Skinny Britches®“. Die extradünnen Shorts, Unterhosen und Röcke schmiegen sich nämlich ganz sanft an die Haut und formen so auch im Sommer ganz unauffällig in Nude-Tönen. Diese Kreationen gibt es für die kälteren Monate und dunkle Oberbekleidung sind auch in Schwarz im Angebot. Bunt treibt es dagegen Hanky Panky. Das ebenfalls erfolgreich vertriebene Label kommt aus den USA und fertigt auch dort. Zarte Materialien in heißer Spitze werden nicht nur auf der Messe verkaufsfördernd in Bonbonieren präsentiert. Zuckersüß und eine Sünde wert, nicht wahr?
Wer doch lieber einen J.Lo-Po haben möchte, der greife nach dem Booty Booster, der Geheimwaffe für einen runden Knackpo. Einfach übergezogen, verleiht die Hose dem
Hintern die perfekte Form. Ein ebenso wirkungsvoller Geheimtipp ist die Marke Hollywood Fashion Secrets. Vor zehn Jahren wurde sie von zwei Frauen gegründet, die ganz genau wissen, wo wir gerne mal schummeln. So wurden BHs nahezu unsichtbar, der Busen dank Silikonkissen um bis zu einen Cup (wenn nicht mehr) größer und lästige Schweißflecken in schwarzen Roben mal einfach schnell mittels eines Schwammes „ausradiert“.
Für die Männer haben die Damen im Übrigen auch ein paar Dinge im Angebot, genauso wie Spanx, die kleine Bierbäuche mit formenden Oberhemden kaschieren. Wusstet ihr, dass Spanx ohne Werbung zum Erfolg kam? So verteilten sie nämlich wie einst Christian Audigier es auch tat, ihre Kreationen an die Promiwelt. Diese nahm die kleinen Hilfen dankend an und führen sie noch heute gerne auf dem roten Teppich aus. Apropos roter Teppich, hier kommt sicherlich auch das verführerische Bustierkleid zum Einsatz, unter dem man sogar seinen Lieblings-BH tragen kann. Dies fördert nicht nur das persönliche Wohlgefühl, sondern verhindert auch, dass der Busen unschön plattgedrückt wird. 
Diese Rundungen hätten sicherlich auch einer Bardot gefallen und so kommen wir auch schon zum gleichnamigen Label. Hier steckt nämlich ein findiges Unternehmen aus Frankreich dahinter, das die Lizenz hat unter dem Namen der Schauspielerin eine Hommage an sie in Form von Kleidung herzustellen. T-Shirts und Co. werden sogar von der schmollmundigen Diva selbst abgenommen, bevor sie in den
Verkauf gehen. Ebenso hübsch anzusehen waren die farbenfrohen Kreationen von ESCADA Sport. Die gesamte Kollektion war von Guatemala inspiriert und rief unter dem Motto „Viva Colores“ zu gekonnten Kombinationen auf. Doch nicht nur die zwei Farbthemen waren etwas ganz Besonders, sondern auch die Drucke, die von Stickereien auf die Stoffe übertragen wurden. Eine ganz raffinierte Technik, die Huipile-Experten (Huipile ist das traditionelle Garn) in Perfektion beherrschen und auch extra für die Luxusmarke durchgeführt haben.
Jacquardstoffe in der Ausführung „oben Volumen und unten schmal“ bezauberten zudem mit ihren Raffinessen.
Mitgerissen von all der Pracht blieb ich abrupt vor Verena Arapu stehen. Einer mir noch unbekannten Designerin, die uns Frauen mal schnell die Frage „Was ziehe ich an?“ abgenommen und sie mit clever bedruckten Kleidungsstücken beantwortet hat. Hier zu sehen sind unter anderem ganze Körper (mit Ausnahme des Kopfes) von Frauen, die komplett eingekleidet und sogar mit Accessoires versehen sind.
Mit so vielen Impressionen und Pfefferminz in Herzform im Gepäck, verlief ich mich noch unzählige Male, bevor ich den Irrgarten PREMIUM verlassen konnte.
Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!
Eure Alissia






