
„Facebook ist eine brillante Plattform für spontane Planung“, dachte ich gestern, als mich die Anfrage eines Freundes erreichte. „Elena, möchtest du uns nicht mit einer Freundin auf die Stefan Eckert-Show begleiten?“ – „Und wie ich möchte“, tippte ich entzückt und so machten wir uns heute gegen 11 Uhr freudig auf den Weg zum Bebelplatz, um die hohe Schneiderkunst des Ex-AMD Studenten zu bewundern. Ein kleiner Exkurs: Möglicherweise ist dem ein oder anderen von euch der junge Designer Stefan Eckert kein Begriff …

Eckert startete seine Modekarriere in seiner Geburtsstadt Nürnberg, wo er die Schneiderkunst erlernte. Er absolvierte sein Modedesign-Studium an der Hamburger AMD, arbeitete für Alexander McQueen in London, besuchte den Meisterlehrgang am renommierten Central Saint Martins College, bis er seine erste Kollektion exklusiv bei Galeries Lafayette in Berlin präsentierte. Nebenbei fiel er Stardesigner Wolfgang Joop auf, der ihn in seine Villa und zur Zusammenarbeit bat. Im März 2009 eröffnete er schließlich seinen ersten eigenen Mode-Salon und kreiert nun Mode mit klaren Silhouetten, fließenden Stoffen und Haute Couture-Note.

Kaum zu glauben, wenn man den 30-jährigen Designer mit langen Dreadlocks, tätowiertem Körper und großen Ohrringen so ansieht. Doch liest man Interviews, wie etwa das des UMagazines, fügt sich ein stimmiges Bild.

„Ich habe Mode immer für was Anarchisches gehalten. Es war diese Regelfreiheit, die mich fasziniert hat. Ich war mit 16 nicht so wie andere Kids, die Punk oder Raver waren, die zwanghaft irgendwas sein mussten. Für mich war die Mode grenzüberspringend, es gab keine Zugehörigkeit, alles war Interpretation und Möglichkeit. Ich war vielleicht von den Interessen her ein bisschen punkig, aber mir war Punk viel zu plakativ“, sagte Eckert im Interview mit dem U_mag.
Die heutige Modenschau seiner Kollektion mit dem Titel „beauty of the danger signs” war ebenso authentisch, klar und pur. Der Raum verdunkelte sich pünktlich, die Models wirkten stolz, professionell und doch nahbar. Vor allem aber präsentierte sich Eckert bescheiden dem Publikum.

Verwöhnt wurden wir mit einem Kontrast aus weiblichen Silhouetten, kantigen Formen, pudrigen Tönen, akzentuierten Schultern und einem Hauch von silbernem Glitzer für Stil und Eleganz. Es war ein schönes Erlebnis, das viel zu schnell endete. Vielleicht ward ihr ja auch dort? Ich würde mich freuen, euren Bericht zu lesen.
Eure Elena















