Bei den Grünbaums im Garten. Schon bereits um zehn Uhr morgens wehte ein warmes Lüftchen und die Sonne brannte auf der Haut. Opa Gerd wedelte sich mit seiner Tageszeitung angestrengt Wind zu. Vivienne kam in den Garten gestampft. „Puh, ist das heiß!“, stöhnte sie und warf ihren Kopf affektiert in den Nacken. Gerd musterte sie mit einem verschmitzten Lächeln: „Ja, pass bloß auf, dass du dich in deinem Rollkragen Pullover nicht erkältest.“ „Das ist ellis cross protection“, winkte sie arrogant ab und setzte sich auf den wohl gepolsterten Gartenstuhl. „Oho, und das trägt man dann auch im heißesten Sommer, ja?“, fragte der Opa mit gespieltem Interesse. „Mensch Opa, ich will später noch reiten“, schnaubte Vivienne genervt und schlug die Beine übereinander. „Ach und zum Reiten trägst du dazu die Golfschuhe von Duca del Cosma, ja?“, grinste der Opa. Seine Enkelin seufzte angestrengt und zog die Augenbrauen hoch: „Nein, nicht dafür, nach dem Reiten bin ich noch mit Carl im Golfclub verabredet.“ „Oh, Carl der Große!“, lachte Gerd. Viviennes Bruder Moritz kam auf die beiden zugeschlendert, zupfte sich am Hosenbund herum und setzte sich. „Uh, machen sich die Fitness-Stunden bei Ken wohl doch noch bezahlt, was? Deine Poolman-Jeans rutscht ja ganz schön“, rief Vivienne ihrem Bruder zu. „Nein, meine Liebe, nicht die Fitness-Stunden. Ich war die ganze letzte Woche in Berlin zur Fashion Week und habe meinen Appetit lieber mit wohl schmeckenden Models gestillt, als mit einem 5-Gänge-Menü“, grinste Moritz und…
… nahm seinem Opa die Tageszeitung aus der Hand. „Pfui, du bist ja ekelhaft“, rief Vivienne empört und warf ihm einen angebissenen Keks an den Kopf. „Wieso, hättest ja mitkommen können, aber du hingst ja lieber in Honey mit deinem Boy auf den Bahamas rum“, zickte Moritz zurück. Wütend zwirbelte Vivienne ihre PILGRIM-Kette mit den Fingern. „Oh, auch ein Geschenk von deinem Sugardaddy?“, lachte Moritz frech. Vivienne stand wutschnaubend auf. „Jetzt hör aber mal auf, ja“, schrie sie und stampfte zurück zum Haus. Moritz holte ein zerknülltes Top aus seiner Hosentasche hervor, führte es zu seiner Nase und schnupperte genüsslich daran herum. „Von einer Eroberung“, lachte sein Opa dreckig und gab ihm mit dem Ellenbogen einen Seitenhieb. „Ach ja, Esmeralda“, lächelte Moritz und schien wieder in zuckersüßen Erinnerungen zu schwelgen. Sein Opa schaute zur Seite und entdeckte eine Hose von REEL JEANS. „Hat die unsere Prinzessin vergessen? Wollte sie vielleicht nach dem Reiten und dem Golf vielleicht noch zum Skaten oder auf eine Motto-Party?“
„Ach, Opa, du bist einfach köstlich!“, lachte Moritz und erhob seine Kaffeetasse.
Wie dieser heitere Plausch zu Ende geht, kann ich euch leider nicht sagen. Doch eins ist sicher: Die nächste Woche lockt mit allerlei Schnäppchen.
Eure Alissia













sebastian am 18. Juli 2010
süß geschrieben. für einen kinderaufsatz.
Charles am 20. Juli 2010
Mir gefällt die Novelle sehr gut!
@Sebastian: Toller, konstruktiver Kommentar. Für einen pubertierenden Jungen.