Alles war perfekt vorbereitet. Die Frauen aus dem Haus verbannt, die Chips griffbereit auf dem Tisch platziert und der Alkohol exzellent gekühlt. Sogar an kubanische Zigarren hatte Tino gedacht. Der Pokerabend mit den Jungs konnte beginnen. Gespannt schaute er auf seine Marc Ecko-Uhr, klopfte ungeduldig mit seinen Fingern auf den hölzernen Tisch. Wo blieben die nur. Endlich, es klingelte. Fröhlich vor sich hinpfeifend, stürmte Tino an die Haustür – doch anstatt vier gestandener Männer, die vor Muskelmasse kaum die Arme an den Oberkörper legen konnten, standen vier kalkweiße und rotnasige Typen vor ihm. Er bezweifelte, dass es sich tatsächlich um Björn, Alex und Kim handelte. „Jungs, was geht denn mit euch ab?“, rief ihnen Tino entgegen und schubste seine Freunde grob in seine Wohnung hinein. Kim war der Erste, der näselnd antwortete. „Ach, ich fühl mich total beschissen. Glaube, ich habe mich bei Ina angesteckt. Hast du nen Tee da?“, röchelte er vor sich hin. Tino wollte seinen Ohren nicht trauen. „Äh, sorry, Tee?! Ich habe extra Whiskey und Bier besorgt und du willst einen Tee? Du hast wohl einen im Tee!“, lachte Tino, doch als er merkte, dass es Kim ernst war, schlürfte er wie ein begossener Pudel in die Küche. Hastig griff er in den Schrank. „Frauen Power“, las er und rief grinsend aus der Küche: „Kim, ich hab hier nur einen YOGI TEA® mit dem Namen Frauen Power. Kann ja einer Lusche wie dir heute nicht schaden, was!“. Auf Gelächter seiner Jungs wartete er vergebens. Missmutig…
… setzte Tino das Teewasser auf und schlurfte zurück ins Wohnzimmer. Dort saßen seine Jungs wie die drei rüstigen Damen vom Grill nebeneinander und schauten fern. Nur Alex widmete sich lieber einem Sudoku-Heftchen, das er auf dem Beistelltisch entdeckt hatte. Hastig kritzelte er mit dem Stift von Ugly Duck darin herum. „Leute, ich habe doch meine Frau nicht für heute aus der Wohnung geschickt, damit ihr hier Mädchen spielen und vor der Glotze hängen könnt, reißt euch mal zusammen“, meckerte Tino vor sich hin und riss Alex das Heftchen aus der Hand. „Und warum siehst du so scheiße aus?“, fragte er seinen Kumpel, den er bereits aus Schulzeiten kannte. „Ich war das ganze Wochenende lang mit dem Bike unterwegs. War ja anfangs ganz entspannend, konnte richtig abschalten. War eine Spontanidee. Bin einfach rein in meine PROTECTIVE Bikerwear und rauf aufs Bike. War wohl doch ein bisschen zu kalt…“, entgegnete ihm Alex hustend. „Ich werd nicht mehr, du trägst nen Ring am Finger!? Ist das ein Fake oder heißt das“, stammelte Björn und hüpfte aufgeregt, wie ein Mädchen, auf dem Sofa herum, während er auf die rechte Hand von Alex zeigte. An dessen Finger glänzte ein Ring von XEN, den die Jungs niemals zuvor gesehen hatten. Eigentlich galt Alex auch immer als eingefleischter Single, der nur für das pure Abenteuer und flüchtige Bekanntschaften zu haben war. „Leute!“, unterbrach Tino die aufgeregten Hühner energisch, „Wir sind Männer. Ja, Männer! Wir wollten Poker spielen, saufen und über Frauen reden. Und uns nicht wie welche aufführen!“
Doch die Muskelberge von Männern schienen ganz in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein und quatschten wild durcheinander auf Alex ein. Jeder wollte ein Mal den Ring begutachten. Kopfschüttelnd machte Tino kehrt und setzte sich mit seinem Bier in die Küche. „Auf die Männer“, stieß er mit sich selbst an und genehmigte sich einen kräftigen Schluck. Plötzlich griff er zum Handy und wählte hastig eine Nummer. „Du, Schatz, bist du so lieb und bringst mir die Karamellschokolade von der Tankstelle mit? Die, die ich so gerne mag? … Ach, du bist ein Engel, Bussi, bis später“, küsste Tino in sein Handy und widmete sich dann wieder dem Bier. „Wer ist hier das Mädchen, ENGEL!“, lachten seine Jungs, die sich, von Tino unbemerkt, in den Türrahmen stellten und sich fröhlich auf die Schenkel klopften…
Na, ob da noch was aus dem Männerabend geworden ist? Man(n) weiß es nicht. In der nächsten Woche schlägt sich auf jeden Fall wieder ein echter Kerl, nämlich Brandiana James, durch unseren Markendschungel, auf der Suche nach den kostbaren Schätzen. Darum – freut euch mit ihm auf eine fette Ausbeute.
Ich wünsche euch viel Spaß bei uns.
Eure Alissia











