brands4friends-Wochennovelle: Ungebetene Gäste & wilde Franzosen

25. März 2011

brands4friends Wochennovelle: Ungebetene Gäste & wilde Franzosen

Ein lautes Knarren holte Lisa aus dem Schlaf. Was war das bloß? Da, schon wieder! Es wurde immer lauter. Mit kalten Schweißperlen auf der Stirn robbte Lisa wie eine Schildkröte auf Umwegen aus ihrem Zimmer in Richtung Küche. Zum Glück lag die nur ein paar Meter entfernt. Leichtfüßig balancierte sie zur Ablage und schnappte sich die Pfanne von Tefal, mit der sie sich in Richtung Haustür bewegte. Das Knarren kam immer näher. „HALLO?“, brüllte Lisa und hoffte auf keine Antwort, schließlich hätte das bedeutet, dass sich irgendein Fremder, womöglich Mörder, in ihrer Wohnung eingefunden hatte. Behutsam drehte sie den Schlüssel im Schloss und öffnete hastig die Stahltür. Unter lautem Geschrei erhob sie die Pfanne, war bereit zum Schlag… „Dingdong“, lachte Hendrik, ihr schwuler Busenfreund, und tippte auf seine ESPRIT-Uhr. Eigentlich war es ja Lisas Uhr gewesen, doch an jenem Tag, wo sie sie zum ersten Mal trug, hatte sie ihr schon Hendrik mit großen Geschick abgeschwatzt. „Süße, für mich bitte kein Spiegelei, denke an meinen Cholesterinspiegel“, zwitscherte er vor sich hin und stolzierte in die Wohnung hinein. Er blickte kritisch an ihr herab. „Liebes, wir gehen doch auf keine Pyjama-Party, also husch, husch ab in dein Yumi-Kleid und raus mit uns beiden Hübschen“. Er schubste Lisa in Richtung Schlafzimmer. „Aber ziehe dir darüber noch den BLAUMAX-Cardigan, es ist noch ein wenig frisch draußen“, säuselte er…

… Vermutlich hatte er sich schon den einen oder anderen Prosecco genehmigt. Wir reden hier von Flaschen wohlbemerkt, Hendrik verstand es, sich so viel Mut anzutrinken, um am Ende des Abends mindestens dreißig Nummern von heißen Männern eingeheimst zu haben. Lisa war immer noch nicht ganz bei sich. „Hendrik, warte mal, ganz ruhig, Party? Welche Party?“, stammelte sie schlaftrunken vor sich hin und zog sich abwesend das Kleid über. Doch eine richtige Antwort bekam sie von Hendrik nicht, der wuschelte ihr lieber im braunen Haar herum und kreierte eine eigenwillige Frisur. Sie glich einem Mix aus Hundehaufen und Dutt. Herzallerliebst. Aber Lisa nahm es so hin, sie war viel zu müde, als dass sie hätte rebellieren können. Ehe sie sich versah, fand sie sich im Taxi wieder. Ein paar Häuserblocks weiter stiegen die beiden auch schon wieder aus und betraten eine bunt beleuchtete Villa. Bunt geschminkte Frauen tollten herum, manche von ihnen trugen nur die Körperbemalung, andere niedliche Puschel an ihren Hintern. „Wo bin ich denn hier gelandet?“, fragte sich Lisa.

Im nächsten Moment klebten schon die Lippen eines ihr völlig fremden Mannes auf ihrer Handfläche. „Chérie, isch bin so froh, dass du gekommen biste“, sprach der Fremde Schnauzbartträger und küsste unentwegt ihre Hand. „Wer ist dieser Frosch?“, zischte Lisa ihrem schwulen Freund ins Ohr. „Das ist Jean, der Chefredakteur von In-Vogue, dem Trendmagazin aus Paris, Darling. Also, lieb sein, wenn du dort einen Job haben willst, ich habe ihm schon viel von dir erzählt“, flüsterte Hendrik zurück und hoffte auch auf einen Handkuss des Franzosen. Doch der würdigte ihn keines Blickes, sondern bahnte sich mit seinen Lippen einen Weg an Lisas schmuck-art-Armband vorbei in Richtung Schulter. „Mmmm… sie rieschenne so gut… was ist das für eine Parfum?“, fragte der Franzose sichtlich betört. „Das ist Schweiß. Angstschweiß. Und nun lassen sie bitte meinen Arm los“, brummte Lisa und kehrte ihrem heißen Verehrer den Rücken. „Sorry, Hendrik, aber da arbeite ich doch lieber weiter als Tippse in meinem staubigen Kabuff. Mit dickem Kopf erhob sich Lisa aus ihrem Bett. Und wieder ertönte dieses komische Knacken. Sie strich sich über den Arm und dachte an die feuchten Küsse des aufdringlichen Franzosen. Hatte sie sich wirklich einen Job entgehen lassen? Oder war alles nur ein Traum gewesen?

Tja, was hat Lisa da bloß wirklich erlebt? Traumhaft schön wird auf jeden Fall auch die kommende Woche. Ihr dürft gespannt sein.

Ich wünsche euch viel Spaß bei uns.

Eure Alissia