brands4friends-Wochennovelle: Verrückte Hasen & verführerische Augenblicke

1. April 2011

brands4friends Wochennovelle: Verrückte Hasen & verführerische Augenblicke

Nichtsahnend schlenderte Thea aus dem Supermarkt. Stolz blickte sie in ihre Einkaufstüte, in der sich wirklich nur gute Sachen befanden. Mohrrüben, Salat, Gurken statt Chips, Dips und Leberwurst. Thea war nämlich seit neustem auf dem Gesundheitstrip. Schließlich musste was für die Bikini-Figur und das allgemeine Wohlbefinden getan werden. Die Studentin schlief nämlich regelmäßig in den Vorlesungen ein. Was natürlich nicht an ihrem exzessiven Lebensstil gelegen haben könnte, nein, die Ernährung musste schuld sein, die ach so böse Leberwurst und die fettigen Chips. „Hattu Möhrchen für mich?“, flüsterte ihr plötzlich was ins Ohr. Thea blickte nach oben und zuckte zusammen. Vor ihr stand ein zirka 1,90 Meter großer Hase mit riesigem Kopf. „Hattu Möhrchen?“, wiederholte dieser Mutantenhase. Thea runzelte die Stirn. „Was willst du mit den Möhren, die kriegst du doch gar nicht in deinen Plüschtiermund“, antwortete sie, doch der Hase lies einfach nicht locker. „Mann, irgendwann ist es auch nicht mehr lustig“, zickte die Brünette und drehte sich mit einem Mal um und rannte, was ihre FLY London-Stiefel hergaben. „Möhrchen“, brüllte ihr der Hase hinterher und schmiss bunte Ostereier nach ihr, die er in einem Körbchen mit sich trug…

… Klatschnass geschwitzt schloss Thea die Wohnungstür hinter sich. Hastig stellte sie ihre Einkaufstüte neben sich ab und ging ins Wohnzimmer. Dort saß ihr Mitbewohner Carl vor dem Rechner, wie eigentlich jeden Tag. Der Grund, warum der Arbeitslose überhaupt noch existierte, war der Livechat mit Amanda, einer frivolen Latina aus dem World Wide Web. Carl drehte wie besessen an seiner Logitech-Webcam herum. „Versuch es doch erst gar nicht dich scharf zu stellen, Carl, daraus wird eh nichts“, scherzte Thea und schaute ihm neugierig über die Schulter. Auf seinem Bildschirm räkelte sich auch schon die weiß geschminkte Amanda in Pin-up-Pose und präsentierte Carl ihre neue Errungenschaft von Luna. Der Dreißigjährige bemerkte seine neugierige Mitbewohnerin hinter sich und stellte sich vor den Monitor. „Weg da, das ist eine Sache zwischen mir und Amanda, meiner Freundin“, brummte Carl. „Freundin, klar“, lachte Thea und klopfte ihm voller Mitleid auf die Schulter. Sie hatte schon längst ihre unheimliche Begegnung mit dem Hasen vergessen. „Hast du Taschentücher und Milch mitgebracht?“, rief ihr Carl hinterher. Oh Mist, dachte sich Thea, sie wusste doch, dass sie irgendwas vergessen hatte. Da sie sich schon seit Wochen vor dem Einkauf gedrückt hatte, gab es nun keine Entschuldigung mehr.

So zog sie sich wieder ihre Jacke über und hetzte zum Supermarkt zurück. Über den Taschentuchverschleiß ihres Mitbewohners wollte sie sich lieber keine Gedanken machen. Dauert so ein Schnupfen wirklich Monate? „Möhrchen?“, flüsterte plötzlich etwas neben ihr, als sie akribisch das Obstangebot im Supermarkt beäugte. Und da war es wieder – das Mutantengeschöpf mit Puschelschwanz und langen Ohren. „Du bist doch verrückt, was willst du überhaupt von mir?“, zischte Thea und hielt sich den Hasen mit einer Gurke auf Abstand. „Na, Möhrchen“, rief das Tier und wackelte lustig mit seinem Kopf hin und her. Thea pickte ihm mit der Gurke in den flauschigen Bauch und nutzte diesen Moment, um vor dem Etwas wegzulaufen. Raus aus dem Supermarkt auf die Straße – natürlich ohne Milch und Taschentücher, die sie noch hatte besorgen wollen. „Warte doch“, rief ihr etwas hinterher. Thea drehte sich um – und blickte in das Gesicht eines lächelnden jungen Mannes mit Hasenkörper.

Den Kopf trug er unter seinem Arm mit sich. „Machst du mir mal den Reißverschluss auf?“, bat er Thea und deutete mit seiner großen Pfote auf seinen Rücken. Augenrollend tat ihm Thea diesen Gefallen und aus dem gruseligen Hasen, pulte sich langsam ein adrett ausschauender Typ, der unter dem Fell Klamotten von Energie trug. „Ich bin Leon… sitze in der Uni neben dir“, sagte der Fremde. Tja, wären Thea mal nicht immer die Augen zugefallen, sonst hätte sie sich an diesen schicken Typen auch erinnern können. „Und neben der Uni her läufst du im Hasenkostüm rum, oder was?“, fragte Thea skeptisch. „Ach, das ist doch nur so eine Promo, manchmal bin ich auch ein Huhn“, grinste Leon und brachte Thea zum Lachen. „Vielleicht gehen wir ja mal nen Möhrchen-Salat essen?“, fragte Leon. „Hm, dann doch lieber nen Kaffee. Von Möhren hab ich nun erst mal genug“, lächelte Thea.

Wie das zwischen den beiden noch ausgeht und ob sich  Theas Mitbewohner mal von seiner Internetbekanntschaft losreißen kann… wer weiß, wer weiß. In der kommenden Woche bleiben zumindest keine Fragen und Wünsche offen. Freut euch auf die pure Abwechslung!

Eure Alissia