Stone Island – der Name klingt nach Abenteuer, nach Meer und Marine. Und tatsächlich – er ist eine Wortschöpfung, inspiriert von den Abenteuergeschichten Joseph Conrads. Wie der Fantasie entsprungen wirkt auch der Beginn der Unternehmensgeschichte. Als gegen Ende der 70er-Jahre die rigiden Bekleidungsregeln aufgelockert wurden, gaben die aus den USA importierten Blousons und Jeans auch den Europäern ein Stück Bewegungsfreiheit zurück und befreiten sie aus der einheitsgrau befrackten Riege. Diese liberale Haltung passte haargenau zu den verrückten T-Shirts, die der aus Bologna stammende Grafiker Massimo Osti im Serigrafie-Verfahren bedruckte, als ob es sich um Papier handelte. Der reißende Absatz dieser Shirts machte 1974 die Gründung der Hemdenfirma Chester Perry, die später in C.P. Company umbenannt wurde, möglich. Die Herrenmode-Marke Stone Island kam 1982 als zweite Linie, parallel zur Hauptkollektion, hinzu. 1983 verkaufte Osti die Hälfte des Labels an die italienische GFT-Gruppe. 1989 übernahm Carlo Rivetti die Geschäftsführung von C.P. Company SpA. 1994 schied Osti aus dem Designergeschäft aus. Der englische Designer Paul Harvey nahm bis 2008 dessen Platz ein und führte die Kollektionen in seinem Stil weiter. 2010 verkaufte Rivetti die Marke C.P. Company, um sich voll und ganz Stone Island und dessen Expansion, insbesondere im deutschsprachigen Raum, zu widmen.
Militär-, Marine- und Arbeiterkleidung als Inspiration
Inspiriert von Arbeiterkleidung und Militär vereinten die Kreationen des 2005 verstorbenen Ostis Gegensätze wie Robustheit, Lässigkeit und schlichte Eleganz in einer exklusiven Sportswear-Kollektion für die Männerwelt. Besonders einfallsreich ging Osti mit dem Material um und setzte durch etliche Patente neue Trends in den Bereichen Materialforschung und Fertigungstechnik der Textilindustrie. Bei Stone Island werden Wolltücher geschmirgelt, Leinengewebe gummiert, um sie wasserabweisend, atmungsaktiv und winddicht zu machen. Die mit Quarz behandelte Ice Jacket reagiert auf Wärmeeinwirkung mit Farbveränderung. Es wird weiterhin geölt, lackiert, geschmirgelt, diverse Mechanismen für Färbetechniken und Used-Optic-Effekte zum Einsatz gebracht und in Europa, den USA und Asien vertrieben. In britischen Fußballstadien sieht man ganze Tribünenreihen voller Trainingsjacken mit dem abnehmbaren Kompass-Batch am linken Oberarm, das Markenzeichen von Stone Island schlechthin. Ein regelrechtes Revival erlebte der Casual-Stil aus den 80ern, als die Neuverfilmung des Films THE FIRM in die Kinos kam. Für die Casuals, Perfektionisten darin, Kleidungsstücke akribisch zu kombinieren, sich das aber nicht anmerken zu lassen, ist Stone Island zum Fetisch geworden. Am großen Wiederaufleben des 80er-Jahre-Casual-Stils ist, wie gesagt, nicht zuletzt auch der Film „The Firm“ beteiligt, ein Remake des Originals von 1988, der im vergangenen Jahr in den Kinos lief. Die Kämpfe um die begehrten Einzelstücke könnte man mit den Krawallen nach einem Fußballspiel vergleichen. Seit den Filmen „Hooligans“ und „The Football Factory“, in denen Stone Island eine große Rolle spielte, ist die Assoziation mit Fußball wohl zwangsläufig. Wie die Spieler ist auch die Zielgruppe von Stone Island jünger geworden, worauf 2006 mit einer Extra-Kollektion für Jungen reagiert wurde.
Wir finden, Stone Island…
…vereint Gegensätze in sich, ist Gebrauchsgegenstand und Prestige, Abgrenzung und Zugehörigkeitsgefühl, schlicht und auffallend zugleich. Es ist das ideale Outfit für den modernen Asphalt-Cowboy – rau, robust, rustikal und 100 Prozent maskulin. Man sieht ihn am Lagerfeuer sitzen, Whisky trinken und danach eine Partie Poker dreschen.
Kombinierbar mit: adidas, Aquascutum, Armani, Burberry, Camel, Fila, JACK WOLFSKIN, Paul Smith, Pringle, Ralph Lauren
Stars: Matt Buckner, Charlie Hunnam (Schauspieler „Hooligans“), Danny Dyer (Schauspieler „The Football Factory“)
Kategorie: Sportswear, Outdoor
Stil: sportiv, edel, robust, rustikal, schlicht





