Ein guter Tag: Wie Home-Office guttut

Home ist im Moment das neue Office – alle, für die es möglich ist, haben ihre Arbeit mittlerweile in die eigenen vier Wänden verlagert. In erster Linie ist es ein Glück, dass so für viele der mehr oder minder normale Alltag weitergehen kann. Auf der anderen Seite bringen diese neuen Umstände auch neue Herausforderungen. Zuhause bleiben und arbeiten klingt einfach – damit das auch wirklich so ist, kommen hier einige Tipps dafür.

Der Morgen: In Schwung kommen

Aufstehen ist eine der ersten und manchmal härtesten Herausfoderungen des Tages. Lass uns gar nicht erst spekulieren, ob Liegenbleiben eine gute Idee ist. Und sei nicht enttäuscht, es ist trotzdem ein gutes Gefühl, morgens nicht hektisch zur Bahn und ins Büro zu müssen. Dadurch gewinnst du Zeit. Dennoch lohnt es sich, die gewohnte Aufstehroutine nicht zu weit nach hinten zu schieben. Die zusätzliche Zeit am Morgen erspart dir Hektik, bleibt dir für dich und schenkt dir etwas Ruhe, bevor es losgeht.

Ohne den gewohnten, allmorgendlichen Schritt nach draußen für den Arbeitsweg, ohne die Bewegung, das Tagträumen auf dem Weg und die frische Luft kann es leicht zu Motivationsschwierigkeiten kommen. Eine kurze Einheit Frühsport oder Yoga wirkt dem entgegen. Und ein Fenster zu öffnen, um den Tag hereinzulassen, sowieso. So fängt dein Arbeitstag direkt mit einem Erfolgsmoment an, wenn du es geschafft hast, und du gleichst das Bewegungsdefizit deines Körpers aus. Wenn das nicht dein Ding ist, Musik anmachen und ein paar Minuten tanzen, wirkt auch!

Und ab geht’s ins Bad. Auch wenn es verlockend ist, den Wochenend-Style auch am Montag fortzusetzen, lohnt es sich, die morgendliche Dusche weiter als fixen Bestandteil des Tages zu betrachten. Es hilft dir dabei, dich vom Ruhe- in den Wachzustand zu bringen und dich selbst als seriös und bereit für den Tag wahrzunehmen. Mach dich fertig, als würdest du unter Leute gehen. Sorg dafür, dass du dich mit dir selbst wohl und bereit zur Arbeit fühlst, auch äußerlich. Wähle deine Kleidung dementsprechend.

 

Damit du genug Kraft hast, auch, wenn du das Haus nicht verlässt, hast du dir ein gutes Frühstück verdient. Die nötige Energie spenden dir Vitamine in Form von Obst, Gemüse und Smoothies, genauso wie Mineralstoffe und Ballaststoffe durch Nüsse und Getreide, zum Beispiel im Müsli, Porridge oder Vollkornbrot.

Genug trinken ist gar nicht so einfach, deshalb versorg dich gut mit Tee, Wasser, Frucht- und Kräuteraufgüssen. Such dir aus, was dir schmeckt, und stell dir alles trink- und griffbereit an den Platz, sodass du ohne viel Aufwand über den Tag verteilt etwa 3 Liter Flüssigkeit zu dir nehmen kannst.

Und wenn du all das geschafft hast, nimm dir wieder einen Moment, um stolz auf dich selbst sein. Die verbleibenden Minuten bis zum Arbeitsbeginn gehören dir. Zum Innehalten, für ein paar Gedanken in Ruhe, einen Extrakaffee oder einen Moment mit deinen Lieben – MitbewohnerInnen, Familienmitgliedern, PartnerInnen oder Haustieren – bevor es richtig losgeht.

Der Arbeitstag: Am Ball bleiben

Mental und körperlich gestärkt beginnt nun die Arbeitszeit. Stell für dich sicher, dass du deinen Schreibtisch bestmöglich für deine Tätigkeit ausstattest. Nicht jeder hat mehrere Zimmer zur Verfügung. Versuche dennoch, so gut es geht, deinen Home-Arbeitsplatz räumlich von deinem Schlafzimmer und anderen privaten Lebensmittelpunkten in deiner Wohnung zu trennen. Finde kreative und flexible Lösungen für dich.

Um gut durchzuhalten, schaffe dir eine Struktur und Meilensteine am Tag. Der gewohnte Fluss des Bürotages, an dem Meetings, Gespräche, Spaziergänge, Kaffeepausen und gemeinsame Mahlzeiten mit den Kollegen für Abwechslung sorgen, ist unterbrochen. Im Home-Office gibt es real weniger Beeinflussung durch andere, deshalb unterstützt dich ein Tages- und auch ein Wochenplan, um deine Ziele zu erreichen und Balance in den Ablauf zu bringen. Große Aufgaben solltest du dir, wenn möglich, gut aufteilen und auch mal durch weniger anstrengende Schritte unterbrechen. Hier hilft dir ein Timer, um den Zeitraum des fokussierten Arbeitens zu definieren. Im Anschluss kannst du wieder zu einer lockereren Atmosphäre übergehen. Wechsle diese Phasen ab.

Für mehr Produktivität bzw. Konzentration bei bestimmten Aufgaben kannst du auch über deine gesamte Arbeitszeit eine Stoppuhr mitlaufen zu lassen. Stoppe sie, wenn du unterbrichst oder Pause machst, um deine tatsächliche Arbeitszeit zu messen.

Der erste Durchhänger? Dein Wohlergehen kannst du im Laufe des Tages durch das Raumklima an deinem Arbeitsplatz steigern. Sorg für genügend Licht, Sauerstoff, Platz und Ruhe um dich herum. Mit einem Aromadiffuser, der entweder nur Wasser oder zusätzlich einen Schuss ätherisches Öl deiner Wahl im Raum verteilt, kannst du die Luftqualität und deine Stimmung verbessern und noch dazu umgibt dich damit ein angenehmer Duft. Diese Schritte helfen neben Trinken, Essen und Bewegung, auch gegen die Kopfschmerzen, die sich im Dauer-Home-Office einstellen können.

Weiter geht es, du machst das gut! Neue Umstände brauchen neue Herangehensweisen. Die Kommunikation und der Ablauf sind anders, wenn alle Kollegen remote arbeiten und nur virtuell zusammenkommen. Schaffe dir trotz vieler Calls und geforderter Erreichbarkeit Phasen des kontrollierten Arbeitens. Ermögliche dir so, deine Ziele zu erreichen und am Ende des Tages mit deiner Arbeitsweise und deinen Resultaten zufrieden zu sein.

Apropos Kommunikation: Bleib am Ball. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, Kollegen, die du sonst den ganzen Tag um dich hast, nicht mehr persönlich zu treffen. Abgesehen von notwendigen Meetings zur Abstimmung, die nun per Call oder Videokonferenz stattfinden können, hilft regelmäßiger Austausch, um miteinander zu sprechen und in Kontakt zu bleiben. Da die kleinen gemeinsamen, persönlichen Momente des Alltags nur noch virtuell stattfinden können: Schaffe Platz für Schönes. GIFs, Katzenvideos, Witze, kleine Anekdoten aus dem Home-Office: Halte die Verbindung zu deinem Team.

Noch wichtiger ist natürlich die Verbindung zu dir selbst. Auch, wenn du sehr ehrgeizig arbeitest: Erfüll deine persönlichen Bedürfnisse über den Tag hinweg. Pausen sind gut und da du deinen Tagesablauf etwas flexibler bestimmen kannst, kannst du diesen auch so einteilen und gestalten, wie es dir guttut. Ein Spaziergang, ein bisschen Bewegung in Form von Stretching oder Office-Yoga, Singen und/oder tanzen, Ablenkung oder Haushalt. Mit einer guten Struktur hast du zwischendurch auch dafür Platz im Lauf deines Tages und keinen Grund zum Schlechtfühlen.

Selbstverständlich sind die Pausen auch zum Essen und zum Trinken da. Hast du schon etwas zum Mittag gegessen? Gönn dir gute und ausgewogene Nährstoffe, um durch den Tag zu kommen. Hast du genug getrunken? Füll deine Teekanne noch mal auf. Nimm dir die Zeit und kümmere dich um dich. Und bleib aufrecht sitzen, so gut du kannst. Eine gute Haltung fördert deine Konzentration, Motivation und auch die Laune.

Ein schöner Tag lebt von seinen Begegnungen und die darfst du dir auch möglich machen. Eine Pause gemeinsam mit MitbewohnerIn, PartnerIn oder Kind ist schön und gibt wieder Kraft. Wenn du allein wohnst, nimm dir Zeit, dich einmal mehr bei lieben Menschen zu melden, kurz anzurufen oder Nachrichten zu schicken.

Der Feierabend: Gut abschließen

Fast geschafft! Im Home-Office gibt es keine Aufbruchstimmung, wenn die Kollegen nach Hause gehen. Deswegen ist es hier gar nicht so leicht, pünktlich Feierabend zu machen. Versuche, dem Arbeitstag aktiv einen Endpunkt setzen. In der Freizeit noch Mails zu checken und immer wieder Arbeitsthemen bzw. -gedanken Raum zu geben, hindert dich an einer nachhaltigen Erholung. Besinn dich zurück auf die Tagesstruktur, die du dir geschaffen hast, prüfe kurz gegen, ob du wirklich fertig bist und dann mach Feierabend. Wenn du alles geschafft hast, was du schaffen wolltest, dann schalt deine Arbeitsgeräte aus und und erlaub dir, loszulassen.

Sachen packen und aufbrechen funktioniert  trotzdem – irgendwie. Wenn du keinen separaten Ort für deinen Arbeitsplatz hast: Räum zu Feierabend deine Arbeitsmaterialien weg, sodass sie dich nicht stören. Schaffe so die Abgrenzung zu Freizeit und privatem Raum. Das hilft dir dabei, das Feierabendgefühl einzuläuten. Termine im Anschluss helfen dir, wie z.B. ein Telefonat oder ein Abendessen. So schaffst du Vorfreude auf den Feierabend und vermeidest Überstunden.

Deinen Feierabend hast du dir verdient. Wenn du noch nicht draußen warst heute, leg einen Spaziergang ein. Wenn du Glück hast, bekommst du noch etwas Sonne und damit Vitamin D ab, das deine Abwehrkräfte stärkt und zur Entspannung beiträgt.

Und dann ist es Zeit: Belohn dich, tu etwas, das du liebst und das dich beflügelt. Ein schönes Essen, ein Buch, eine Serie, Sport, ein tolles Gespräch, Kreativität – oder einfach nur ausruhen. Du verdienst ein bisschen Dopamin. Du hast es geschafft.

Sicherlich musst du nicht jeden einzelnen dieser Tipps jeden Tag in deine Home-Office-Routine integrieren. Aber sie können dich dabei unterstützen, deinen Fokus zu behalten. Und morgen wird dir das Home-Office schon ein bisschen leichter fallen.