THE FUTURE IS NOW vs. FASHION FOR THE FUTURE

Die Zukunft wird spannend. So viel steht fest. Und sie steht im Zeichen der Technologie. So haben auch viele Kreativ-Schaffende der Modebranche inzwischen eine hochspannende Schnittstelle zwischen Tech und Fashion entwickelt. Auf der diesjährigen Berlin Fashion Week ist die Fashiontech als Plattform für Designer aus dem Bereich ganz groß vertreten.

 

Open Doors bei ElektroCouture

Das weltweit erste Fashiontechnology-Label, das Ready-to-wear-Fashion und Wearable-Technologies entwickelt, featured, produziert und auf den Markt bringt, hat seinen Sitz in Berlin und veranstalte dort im Rahmen der Fashion Week einen Open-studio-day. Am 6. Juli öffnete uns das Label die Türen seines lichtdurchfluteten Ateliers am Halleschen Ufer. Eine exklusive Auswahl der Designer stellen hier spannende Kostproben ihrer Werke vor und lassen sich sogar bereitwillig dazu ausfragen. Das Studio ist eine Mischung aus Co-working-space, Labor und Designmanufaktur. An den Wänden hängen Samples und Cut-outs.

 

ElectroCouture-Studio in Berlin

ElectroCouture als Co-working-Space

Das Marlene-Kleid

Schon am Eingang werden wir von dem wunderschönen Marlene-Kleid begrüßt. Inmitten von schwarz-gestrichenen Wänden auf einer Puppe und direkt unter dem leuchtenden Neon-Schriftzug „The future is now“ in Szene gesetzt, wirkt es wie eine mystisch-bezaubernde Requisite aus einer anderen Zeit. Und das ist es ja irgendwie auch, denn die Idee zu diesem Kleid stammt von Marlene Dietrich selbst und ihrem Designer Jean Louis. Der Entwurf von ElektroCouture’s Lead-Designerin Anja Dragan wurde auf Grundlage von Briefen der Dietrich angefertigt. Das Kleid wurde dieses Jahr, dem 25. Todesjahr Marlene Dietrichs, zum ersten Mal präsentiert und geht ab jetzt weltweit auf Reisen und wird sich in Ausstellungen bewundern lassen.

 

ElectroCouture-Dress

ElectroCouture-Dress

Futuristisches Schmuckdesign

Das erste Highlight: Die niederländische Designerin Maartje Dijkstra präsentiert ihre Schmuck-Kollektion „Optic Traces“ – superfiligraner Schmuck, den sie im manuellen 3D-Print herstellt. Für ihre außergewöhnliche Arbeit benutzt sie eine Art Heißklebepistole. Um diese Technik zu verfeinern, so erzählt sie uns, hätte sie Jahre gebraucht: „When it comes out, [the material] it is a mess!“ Die fertigen Stücke sehen alles andere als messy aus – nämlich wie perfekte kleine Kunstwerke!

 

Leuchtendes LED-Kleid der ElectroCouture

Shiny Kleid – ElectroCouture

Singende Kleider

Layla Mueller, Fashiontech-Designerin in „Residence“ bei ElektroCouture stellt eine Auswahl ihrer Mens- und Womenswear-Kollektion ihres Labels Layla de Mue vor, das durch Berührung Sound erzeugt. Die Kleidung besteht aus Material, das eigentlich zum Abschirmen von Sound im Veranstaltungsbereich verwendet wird – an den vernähten Rändern kommt tatsächliches reines Silber zum Einsatz. Ein Polyamid-Kern, ummantelt von 99% Silber sorgt dafür, dass bei leichtester menschlicher Berührung Soundwellen erzeugt und via W-LAN direkt an den Laptop gesendet werden. Dort verarbeitet eine spezielle Musik-Software die Daten und wandelt sie in Sound um.

 

Im Herbst gibt’s mehr

Das gibt Fashion eine ganz neue Dimension und bringt ihre und auch unsere Augen zum Leuchten. Ihre vollständige Kollektion wird sie auf der Berlin Alternative Fashion Week vom 4. Bis 7. Oktober 2017 in der Halle am Berghain vorstellen. Darauf sind wir natürlich sehr gespannt und freuen uns schon darauf.

 

Fashion Week mit Fashiontech

Tolle Innovationen auf der Fashiontech

Audio mal ganz anders

Mein ganz persönliches Highlight stammt jedoch von einem Kollektiv aus San Francisco. Die coole Crew namens Tinsel, präsentierte die erste Audio-Halskette der Welt: „The Dipper“. Das todschicke Stück ist nicht nur wunderschön anzuschauen – es verwandelt sich in Sekundenschnelle in ein Paar Kopfhörer, die man sofort anschließen kann – ohne dass das Schmuckstück dabei weniger schick aussieht.

 

Die Tinsel Mission

Das ist es auch, was das Label sich als Mission auf die Fahnen geschrieben hat – Elektronik zu kreieren, die es Frauen erlaubt, Tech zu genießen, ohne dabei an Stil einbüßen zu müssen. Plastikummantelungen und Gummi sucht man hier vergeblich. Exoliertes Aluminium, Gold und Rotguss sind die essenziellen Materialien – Fashion und Funktionalität erreichen hier definitiv einen kleinen Höhepunkt. Die Soundqualität ist zudem erste Sahne – und was liegt näher, als die wichtigsten Alltagsaccessoires im schönsten Design herzustellen. Tinsel hat es mir auf jeden Fall angetan – Und ich warte gespannt auf neue Kreationen.

 

Pattern auf der Fashiontech

Modernes Pattern auf der Fashiontech

Fashion-Stories

Dass Fashion mit Technologie ein ganzes Stück aufregender wird – daran besteht für mich kein Zweifel. Denn im Grunde fragt man sich bei guter Fashion immer nach der Geschichte dahinter. Technologie mit Fashion zu verbinden, erzählt die Geschichte weiter. Denn wie jeder auch selbst weiß – von manchen Geschichten kann man einfach nie genug bekommen.