Fasten-Experience: 5 Tage Heilfasten nach Buchinger

Warum ich mich dafür entschieden habe, fünf Tage zu fasten? Während andere zur großen Kategorie der Frustshopper gehören, bin ich festes Mitglied bei den Frustessern. Ein graues Wölkchen über dem Kopf? Eine große Portion Himbeer-, Zitronen- und Apfel-Basilikum-Eis, bitte! Perspektivlosigkeit passt bei mir perfekt zu Pommes und Stress ist mit Streuselkuchen viel leichter auszuhalten. Doch am Ende fühlt sich nicht nur das Bäuchlein schlecht, sondern auch der Körper nicht mehr gut an. Weil Änderungsversuche an Pizza, Pasta und Co. nicht vorbeikommen, muss etwas anderes her. Etwas Größeres. Etwas, das den Blickwinkel verändert und einen neuen, bewussten Umgang mit Essen fördert. 5 Tage fasten heißt der Plan für die nächsten Tage.

 

Fasten-Tee mit Salbei

Zum Fasten gehört viel trinken

Entlastungstag

Alles beginnt mit dem Entlastungstag. Das Menu du Jour: Dreimal 50 Gramm Reis mit 200 g Gemüse oder Obst. Klingt gar nicht so wenig. Das traurige Portiönchen auf dem Teller sieht anders aus. Egal. Körperlich ist alles okay. Hunger hab ich kaum. Gegen den Druck auf den Schläfen hilft Wasser, Wasser und immer wieder Wasser. Ab 21 Uhr ist keine Energie mehr da. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal um neun ins Bett gegangen bin. Egal. Heute geht nichts mehr. Licht aus. Schlafen. Gute Nacht.

 

Fastentag 1

Heute ist Glaubersalztag. Der unangenehme Teil des Fastens. Der Darm muss entleert werden, um sich auf das Fasten vorzubereiten. Fühlt sich ungefähr genauso sexy an, wie es klingt. Ab jetzt auf dem Speiseplan: ein Tee mit Honig zum Frühstück, ein frisch gepresster Saft zum Mittag und abends eine selbstgemachte Brühe. Dazu: Wasser und Tee. Der Kopf drückt ganz schön, ich fühl mich schlapp und verwünsche den Tag, an dem ich beschlossen habe, zu fasten. Was für eine Schnapsidee! Apropos Schnaps! Statt Weinchen mit der besten Freundin steht heute Abend Kinderbücherlesen mit meinem Sohn auf dem Programm. Das geht nämlich perfekt im Liegen und vom Bett aus. Eine bessere Fastenabendbeschäftigung gibt’s nicht. Wer braucht schon Wein?

 

Säfte zum Fasten

Säfte statt üppigem Mittagessen

Fastentag 2

Heute denke ich das erste Mal nicht, alles hinzuwerfen und einfach wieder zu essen. Fasten fühlt sich zwar noch nicht so richtig gut an. Aber besser. Immerhin. Es scheint, als hat sich mein Körper langsam daran gewöhnt, nicht zu essen. Hochs und Tiefs wechseln sich heute ab. Ein wilder Mix. Aber es geht bergauf.

Fastentag 3

Letzter Tag. Endspurt. Final Round. Fastenende. Und das, wo’s langsam etwas besser wird. Das erste Fastenhoch steht um 05:00 Uhr auf, kann nicht mehr schlafen, backe einen Kuchen für die Familie, schmiede neue Berufspläne, buche eine Reise plus Unterkunft und bringe nebenbei die Wohnung auf Vordermann. Ich liebe das Fastenhoch und würde es sofort und vom Fleck weg heiraten. Nachmittags gibt’s einen kleinen Downer, aber abends bin ich auch wieder topfit.

 

Fasten-Suppe

Beim Fasten gibts auch viele Hochs und nicht nur Tiefs

 

Aufbautag

Heiß ersehnt und oft herbeigewünscht: Die erste feste Nahrung seit drei Tagen. Mit einem Apfel geht’s los. Mittags kommt Naturjogurt mit Leinsamen dazu und abends eine Kartoffel-Gemüsesuppe. Essen hat sich nie besser und bewusster angefühlt. Ich cheate etwas und trinke einen Kaffee am Nachmittag und einen kleinen Weißwein am Abend dazu. Ein bisschen Spaß muss sein.

Tu deinem Körper etwas Gutes

Die ersten Tage sind hart. Verdammt hart. Aber danach wird es immer besser. Bis es am Ende richtig, richtig gut wird. Ich kann Fasten nur empfehlen: Allen, die sich einen neuen Umgang mit Essen wünschen, allen, die ein paar Kilos abnehmen wollen, denen, die eine ganz neue Körpererfahrung machen möchten oder ihrem Körper einfach mal etwas Gutes oder eine kleine Auszeit gönnen wollen.