Für alle Lesenslagen: Unsere Buch-Tipps

Die aktuelle Lage hat vieles verändert, in dir und um dich herum. Vielleicht machst du dir im Moment Sorgen und wünschst dir manchmal einen Zufluchtsort, der dich die Realität eine Weile vergessen lässt. Die gute Nachricht ist: Dieser Ort ist dir näher als du denkst. Um ihn zu finden, musst du keine Regeln brechen und keine Reise antreten – ein Schritt zu deinem Bücherregal genügt. Über Seiten, Zeilen und Worte hinweg werden hier Welten geschaffen, auf welche die Realität keinen Einfluss hat. Du nimmst eine Auszeit vom Leben, über das du im gleichen Zug aber unheimlich viel lernst.

Falls dich diese Vorteile allein nicht überzeugen sollten, wird es eines der folgenden Bücher ganz bestimmt tun: Denn an dieser Stelle haben wir für dich all die Texte gesammelt, die uns bewegt, getröstet und auf ihre ganz eigenen Abenteuer mitgenommen haben.

Milan Kundera – Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Dieses Buch ist wie ein Fluss, mit dem man nur zu gerne schwimmt: Über die Geschichten zweier sehr unterschiedlicher Liebespaare, die mit dem politischen Geschehen des Prager Frühlings verwoben werden, begibt man sich in philosophische Überlegungen zu Themen wie der Liebe, unserer Existenz und der Tragweite unserer Entscheidungen. Es braucht zwar etwas Zeit und Ruhe, um dieses Buch zu lesen – aber all das haben wir aktuell ohnehin zur Genüge.

Unser Lieblingszitat: „Einmal ist keinmal, sagt sich Tomas. Wenn man ohnehin nur einmal leben darf, so ist es, als lebe man überhaupt nicht.“

Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher

Wer Bücher liebt, kommt an diesem hier nicht vorbei: „Die Stadt der Träumenden Bücher“ nimmt dich mit auf den fiktiven Kontinent Zamonien, genauer gesagt nach Buchhaim – ein Ort, an dem sich alles um Bücher dreht. Die Hauptfigur, der Dichter Hildegunst von Mythenmetz, begibt sich auf ein Abenteuer in die unterirdischen Buch-Katakomben der Stadt und begegnet dabei gefährlichen Buchjägern, fantasievollen Wesen und mystischen Kreaturen. Das ist zuweilen gruselig, stellenweise satirisch, oftmals lustig und immer so absonderlich kurios, dass man dieses Buch für den Rest seines Lebens nicht mehr vergessen wird.

Unser Lieblingszitat: Jeder Buchling nimmt irgendwann den Charakter des Dichters an, den er auswendig lernt, das ist unvermeidlich. Das ist unser Schicksal. Von Natur aus sind wir leere Blätter, die beschrieben werden wollen, ohne eigene Persönlichkeit. Und dann nehmen wir immer mehr die Eigenschaften unseres Dichters an, bis wir komplexe Individuen geworden sind.“

Erich Kästner – Fabian

Als stiller Beobachter begibt sich der vielleicht letzte Moralist seiner Zeit, Jakob Fabian, an die unmoralischen und lasterhaften Orte der Berliner Gesellschaft um 1930. Inmitten des drohenden Aufstiegs der Nationalsozialisten, unvorhergesehener Schicksalsschläge und der Konfrontation mit der Liebe beginnt er bald, seine moralischen Grundsätze zu hinterfragen. Er scheint zwischen Zweifeln und dem Bedürfnis, zu handeln, gefangen – und erinnert uns dabei allzu oft an uns selbst.

Unser Lieblingszitat: „Ich möchte helfen, die Menschen anständig und vernünftig zu machen. Vorläufig bin ich damit beschäftigt, sie auf ihre diesbezügliche Eignung hin anzuschauen.“

Jorge Bucay – Der innere Kompass: Wege der Spiritualität

Dieses wunderbare Buch liefert zahlreiche Ratschläge, um sich selbst zu finden und ein glücklicheres Leben zu führen. Es diskutiert verschiedene Religionen und Weltanschauungen und nimmt das menschliche Verhalten genau unter die Lupe, indem es dieses mit Hilfe von psychologischen Modellen veranschaulicht. Du suchst deinen eigenen Weg zu einem erfüllteren Leben? Dann ist dieses Buch das richtige für dich!

Unser Lieblingszitat: „Jeden Morgen, wenn wir die Augen aufschlagen, überschreiten wir die Schwelle zurück in unser alltägliches Leben.“

Paulo Coelho – Der Alchimist

Der Alchimist ist ein Buch, das Hoffnung, Vertrauen und Frieden schenkt. Hoffnung, weil alles jederzeit miteinander verbunden und keiner allein ist. Vertrauen in den eigenen Weg, die eigenen Handlungen und den eigenen Wert. Und Frieden, weil in jedem Moment klar ist, dass am Ende des Weges alles gut sein wird. Das alles verpackt Coelho in eine sehr ursprüngliche und nahbare, aber auch ungestüme Geschichte. Ein Buch für jetzt, ein Buch für immer.

Unser Lieblingszitat: »Während ich meinen Schatz suchte, waren alle Tage erfreulich, denn ich wusste, dass mich jede Stunde meinem Traum näherbrachte. Während ich meinen Schatz suchte, entdeckte ich Dinge auf meinem Weg, von denen ich nie geträumt hätte, wenn ich nicht den Mut gehabt hätte, Dinge zu versuchen, die Hirten sonst versagt bleiben.«

Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

Ein Junge entdeckt im Barcelona der Nachkriegszeit einen faszinierenden Roman, dessen Ursprung er auf den Grund gehen möchte und stößt bei seiner Suche auf gut gehütete spannend schaurige Geheimnisse. Vergangenheit und Zukunft, aber auch Realität und Fiktion verschwimmen dabei auf schönste Art und Weise, sodass man sich nur zu gern in das mythisch verschachtelte Labyrinth begibt, das dieser Roman entwirft.

Unser Lieblingszitat: »Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seelen derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben.«

Patrick Süskind – Das Parfum

Jeder Mensch hat seinen eigenen, ganz besonderen Geruch – bloß die Hauptfigur dieses Romans nicht. Dafür verfügt er jedoch über einen unvergleichlichen Geruchssinn, mithilfe dessen er einen Duft schöpfen will, dem die Welt zu Füßen liegt. Was er dafür braucht? 25 schöne junge Frauen mit betörendem Eigengeruch. So beginnt die Geschichte eines Mörders, der zugleich auch ein Opfer seiner Umstände ist – genau dieser scheinbare Widerspruch macht den Bestseller-Roman so lesenswert und spannend.

Unser Lieblingszitat: „Hunderttausend Düfte schienen nichts mehr wert vor diesem eine Duft. Dieser eine war das höhere Prinzip, nach dessen Vorbild sich die anderen ordnen mussten. Er war die reine Schönheit.“

Neil Gaiman – Niemalsland

Richard Mayhew ist ein ganz normaler junger Angestellter in London mit alltäglichen Problemen und einem ganz gewöhnlichen Leben – bis er einer jungen Frau erste Hilfe leistet und dadurch in eine Odyssee im fantastischen Unter-London (einer magischen und sehr gefährlichen Parallelwelt unter der bürgerlichen Welt) verwickelt wird.

Im Vorwort erklärt der Großmeister der Urban Fantasy Neil Gaiman selbst: „Was ich wollte, war, ein Buch zu schreiben, das für Erwachsene das ermöglichte, was die Bücher, die ich früher geliebt hatte, Bücher wie Alice im Wunderland oder die Narnia-Bücher oder Der Zauberer von Oz, für mich als Kind ermöglicht hatten. Und ich wollte von den Menschen, die durchs Raster fallen, zum allerersten Mal von den Besitzlosen erzählen – mit dem Spiegel der Fantasy, der uns manchmal Dinge zeigt, die wir schon so oft gesehen haben, dass wir sie nicht mehr wirklich sehen.“