Happy Mind

Der Winter ist eine ganz besondere Zeit. Unseren Körper und unsere Psyche allerdings kann er vor manche Herausforderung stellen. Fehlendes Licht, fehlende Motivation und Energie machen uns träge und unzufrieden. Da der Winter über mehrere Monate dauert, kann sich dieser Umstand potenzieren und zu andauernden Verstimmungen oder gar depressiven Phasen führen. Deshalb ist es in dieser Zeit wichtig, besonders achtsam und milde mit uns selbst zu sein. Die gute Nachricht ist, dass es mit kleinen Schritten gar nicht schwierig ist, sich auf den Winter zu freuen und ihn zu genießen.

Volle Kraft in den Winter

Wenn unser Stoffwechsel und somit auch der im Gehirn auf Sparflamme läuft, hilft es, zu betrachten, was uns nicht mehr nützt. Alte Gedanken- oder Verhaltensmuster, Gewohnheiten, Verpflichtungen und auch Beziehungen, die uns langfristig mehr Kraft rauben, als sie uns zurückgeben können oder uns kleinhalten, sollten wir nicht mit in den Winter nehmen. Diese können wir guten Gewissens ablegen und stattdessen nur das behalten, was uns stärkt, dient und zu uns passt. So können wir unsere Energie effizienter für uns nutzen und schaffen uns selbst auf diese Weise Ausgeglichenheit.

Der eigene Beschützer sein

Wir können nur geben, was wir auch haben. Eine Kerze ohne Wachs wird nicht brennen, egal, wie oft wir sie anzünden. Mit der Kraft, die uns in den dunklen Monaten für uns und für andere zur Verfügung steht, sollten wir gut haushalten. Mit jedem Mal, das wir uns übergehen, im Alltag, für Familie, Arbeit, Freunde und Pflichten, wird die Regeneration schwerer. Wir dürfen in Kontakt mit uns selbst, unseren Bedürfnissen und Wünschen sein und uns erlauben, was uns Kraft gibt. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, denn wer aus der Kraft statt aus dem Mangel heraus etwas gibt, der kann das ehrlich und ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Um zu wissen, was das ist, hilft es, uns gut zu beobachten und zu akzeptieren, wenn wir erschöpft sind. Pausen sind ein Zeichen von Stärke. Lösungs- statt konfliktorientiert in den Tag blicken, spart uns Kraft, mit der wir tolle Sachen anfangen können. Was Kraft raubt, bleibt vor der Tür. Stattdessen genießen wir die friedliche und ruhige Winterzeit.

Jede Jahreszeit ist schön

Es ist in Kälte und Dunkelheit etwas schwieriger, Glück und Leichtigkeit zu fühlen und für körperliche und geistige Ausgeglichenheit zu sorgen, als in der warmen und hellen Hälfte des Jahres. Genau wie wir nachts andere Gedanken haben als tagsüber, anfälliger sind für Sorgen und Ängste, hat der Winter im Vergleich zum Sommer einen ähnlichen Effekt auf viele. Über mehrere Monate hinweg macht er einen Großteil der Menschen etwas langsam, trüb oder kraftlos. Davon sollten wir uns nicht verunsichern lassen, uns selbst und unsere Düsterheit nicht so ernst und als vorübergehend annehmen. Der nächste Sonnenaufgang und die Leichtigkeit kommen ganz sicher zu uns zurück. Wir dürfen uns verzeihen, dass wir müde sind, reizbar und erschöpft und alles tun, was uns glücklicher macht. Womit keine Maßlosigkeit gemeint ist, sondern Selbstfürsorge und ein positiver Fokus. Lasst uns an schöne Situationen denken, die zurück oder in der Zukunft liegen und vertrauen, dass alles in jedem Moment gut oder für etwas gut ist. Es darf langsamer zugehen, es reicht, das Wichtigste zu schaffen, anstatt alles. So bleibt Kraft übrig, um die schönen Seiten des Winters zu genießen.

Erfolg als Teil des Tages

Ziele zu erreichen und unsere eigenen Erwartungen zu erfüllen, setzt Endorphine frei und sorgt für Zufriedenheit und Ruhe. Kleine und große Ziele, kurz- und langfristig, helfen uns, unsere eigene Kraft nicht zu vergessen. Auch Rausgehen an die frische Luft, Sport und Bewegung schaffen diesen Effekt und tun uns auch sonst sehr gut. Auch vermeintlich kleine Alltagsaufgaben dürfen wir als Erfolg sehen. Eine unangenehme E-Mail zu beantworten oder den Wocheneinkauf zu erledigen sind Leistungen, ganz egal, wie klein oder selbstverständlich uns diese To-Do zu Beginn erscheinen mögen.

Ruhe zulassen

Der Winter ist an manchen Tagen besonders turbulent, bringt viele Termine und Erwartungen mit sich, dass im „alten“ Jahr noch viel geschehen sollte. Das ungemütliche Wetter und die Dunkelheit sorgen oft zusätzlich für Stress. Wer ungern draußen in der Kälte ist, geht tendenziell schneller und befindet sich öfter im Fluchtmodus. Als Ausgleich hilft es, sich ein Winterhobby zu suchen. Sei es Lesen, Kochen oder was immer wir gemütlich finden. Wir dürfen uns Inseln der Entschleunigung im Alltag schaffen. Auch, ein neues Hobby zu verfolgen und besser zu werden, schafft Glücksmomente. Warum nicht dieses Jahr mal eine tägliche Meditation oder Journaling in den Tag integrieren? Augenblicke der Ruhe und des Bewusstseins stärken uns.

Zusammen einkuscheln

Zurückgezogen und eingekuschelt sein hat einen herausfordernden Effekt: Wenn wir alle bei uns zuhause unter der Decke sitzen, dann treffen wir uns selten und können uns manchmal einsam fühlen. Es hilft, unsere Freunde, Familie und Liebsten in unsere Woche einzuplanen. Viele sind in der kalten Jahreszeit weniger spontan als bei schönem Wetter und das ist nicht schlimm. Abstimmung und Planung ist nun ein wichtiger Teil unseres Soziallebens. Der Oxytocin-Schub und die Seligkeit, die uns Zeit mit tollen Menschen gibt, sind es wert. Drinbleiben geht auch gemeinsam wunderbar.

Winterfreuden

Über das Kuscheln hinaus bietet der Winter tolle Facetten. Zeit in der Natur zu verbringen, wenn es kalt ist, hat einen klärenden, belebenden und fast reinigenden Effekt für Körper und Geist. Außerdem hat er seine ganz besondere Ästhetik der Ruhe und der Zuversicht. Die Entschleunigung dieser Jahreszeit können wir genießen, indem wir ruhige Aktivitäten zelebrieren.

Lasst uns den Winter nicht schwerer machen, als er ist. Wir dürfen alles loslassen, was unnötiger Ballast ist und alles genießen, was wir haben.