Hol dir deine Zeit zurück – Tipps zur Zeitumstellung

Wenn sich beim wöchentlichen Video-Call mindestens die Hälfte über Jetlag-ähnliche Symptome beklagt, ist es wieder soweit: die Zeitumstellung steht an. Am Wochenende geht die Uhr um eine Stunde zurück und wir müssen unseren Tag auf 23 Stunden komprimieren. Doch das kann vielleicht sogar eine Chance sein, eine ganze neue Perspektive zu gewinnen, was wir eigentlich so mit unserer Zeit machen.

Die nächste Frage, die sich dadurch stellt, ist folgende: Womit verschwenden wir jeden Tag viel zu viel Zeit? Sicherlich können wir alle direkt einige Dinge aufzählen, die wir für unliebsam und Zeitvergeudung halten. Was aber sind die eigentlich Zeitfresser und Unzufriedenmacher in unserem Alltag? Wir haben mal genauer hingeschaut – und Lösungen gefunden, wie wir jeden Tag locker eine Stunde Zeit einsparen können.

Was du heute kannst besorgen …

Wir können sie liebevoll Aufschieberitis nennen oder ganz pragmatisch als Prokrastination bezeichnen. Doch am Ende kommt alles auf ein und dasselbe hinaus: das Auf-die-lange-Bank-schieben wichtiger oder dringender oder zumindest notwendiger Aufgaben. Und, Hand aufs Herz, wer hat nicht einige Aufgaben im Kalender stehen, die von Woche zu Woche oder gar von Monat zu Monat mitwandern? Würden wir die Stunden zusammenzählen, in denen wir statt unserer eigentlichen To-Dos beliebige Übersprungshandlungen vollziehen, könnten wir unseren Tag womöglich auf 20 Stunden kürzen. Allein bei der Entstehung dieses Artikels sind womöglich einige Katzenvideos zwischendurch gesichtet worden. Doch zum Glück kennen wir ja auch die Lösung zu diesem Problem.

Die schonungslose Wahrheit ist schließlich: Die wenigsten dieser Aufgaben lösen sich einfach in Luft auf. Und das Wegschieben und gedankliche Verdrängen kann sehr viel mehr Zeit und Nerven in Anspruch nehmen als die Erledigung der eigentlichen Aufgabe. Und da wir zur Zeitumstellung auch etwas mehr Zeit in unserem Alltag „einsparen“ wollen, gibt es hier eine kleine, aber wirksame Übung für dich. Jede Aufgabe, die dir gerade einfällt, die 5 Minuten und weniger braucht, setzt du sofort um. Ohne dir vorher zu viel Gedanken darüber zu machen. Du wirst sehen, wie befreiend es sein kann, Dinge einfach und schnell in die Hand zu nehmen und zu erledigen.

Das Gedankenkarussell stoppen

Die kleine Aufschieberitis und das werte Grübelmonster könnten sicherlich auch Geschwister sein, denn gerne kommen sie auch als starkes Duo in unserem Alltag vor. Kommt eine anstehende Aufgabe ins Gedächtnis, die möglicherweise noch etwas unliebsam ist, schaltet sich auch gerne das Grübelmonster ein, das uns einredet, was dabei alles bedacht werden muss. Beispiel gefällig? Bitte sehr:

Stell dir vor, in deiner Wohnung nistet sich seit geraumer Zeit ein immer größer werdender Schimmelfleck ein, der durch den kalten Winter und die hohe Luftfeuchtigkeit weiterwächst und sich sichtlich wohl fühlt in deinem Zuhause. Natürlich würdest du diesen ungebetenen Mitbewohner lieber loswerden, hast aber die ganze Zeit erfolgreich den Anruf beim Vermieter verdrängt. Im Vorbeigehen merkst du aber, dass die Stelle nun doch eher in ein tiefes Schwarz umschlägt, das nun auch so gar nicht zu deiner sonst hellen Einrichtung passt. Und während du überlegst, jetzt doch mal diesen Anruf zu machen, beginnt das Gedankenkarussell. Was, wenn der Vermieter den Schimmel auf mangelhaftes Lüften deinerseits zurückführt und dir dafür noch eine Rechnung aufbrummen möchte? Oder vielleicht sogar in nächster Zeit die Miete erhöhen möchte? Hat er schließlich schon lange nicht mehr gemacht. Und wie erklärst du ihm eigentlich, dass du den Schimmel erst jetzt meldest?

Du siehst, die Grübelei kann selbst bei scheinbar simplen Aufgaben einen ganzen Rattenschwanz an Gedanken mit sich ziehen. Und meistens betrifft diese Form des Sich-Gedanken-Machens auch noch Themen, die einen höheren emotionalen Aufwand mit sich bringen. Also, wie sparen wir hier denn nun in Zukunft Zeit? Sollte es sich um Aufgaben handeln, über die wir uns den Kopf zerbrechen, kann dir möglicherweise schon der Tipp für das Thema Schieberitis weiterhelfen. Sollten es größere Lebensbereiche betreffende Themen sein (zum Beispiel, wenn der Schimmel sich so ausgeweitet hat, dass du erwägst umzuziehen oder auch Klassiker wie Jobwechsel etc.) haben wir ebenfalls einen Tipp. Nimm dir bewusst Zeit für dich und dein Thema, 15 oder 30 Minuten, und setze dich intensiv damit auseinander. Schreib dir deine Gedanken, deinen inneren Dialog inklusive aller Argumente auf. Wenn nichts Neues mehr kommt, dann beende deine „Sitzung“. Achte darauf, den Zeitraum ganz bewusst einzugrenzen und die Gedanken eben nicht ausufern zu lassen. Beende deinen Termin mit dir und deiner Grübelei, wie du auch ein Gespräch beenden würdest, verabschiede dich von ihnen und geht für den Rest des Tages getrennte Wege. Wer sich so erfolgreich von seiner zeitraubenden Grübelei verabschiedet, gewinnt nicht nur Zeit, sondern auch Raum für positive Gedanken.

Ärger verfliegen lassen

Kaum etwas frisst mehr Energie – und letztlich auch unsere Zeit – als das Aufregen über Kleinigkeiten. Keine Frage, wir sollten uns immer den Raum für Emotionen geben und Wut keinesfalls runterschlucken. In vielen Fällen ist es die Mühe aber nicht wert. Ja, sogar aussichtslos. Folgendes Beispiel wird es veranschaulichen: Stell dir vor, du läufst auf einer Straße und trittst beinahe in einen Hundehaufen. Erstmal bist du froh, dass es eben nur beinahe war. Im nächsten Moment ärgerst du dich darüber, dass hier lauter Tretminen auf den Gehwegen sind. Wer hier seine Energie mit Ärger vergeudet, steckt sich quasi auch den eben noch erfolgreich passierten Hundehaufen in die Tasche.

Du siehst, wir ärgern uns im Alltag viel zu oft über Kleinigkeiten, die so schnell vorbei wie gekommen sind. Und bitte nicht verwechseln: Hier geht es nicht um Resignation oder Passivität. Wir sparen unsere Energie lediglich für Schönes. Zum Beispiel für die Stunde mehr Freizeit, die wir uns gönnen können, wenn wir all den Ärger an uns vorbeiziehen lassen wie Wölkchen in Hundehaufenform. Oder wie das Frosting unserer Lieblings-Cupcakes.