Kleine Wohnung? So kommt sie groß raus

Ist ein größeres Zuhause gleich ein besseres Zuhause? Nicht zwangsläufig. Denn ob wir uns in einer Wohnung wohlfühlen, ob sie uns ein gutes, warmes Gefühl gibt und ob wir gerne Zeit in unseren eigenen vier Wänden verbringen, darüber sagt die Quadratmeterzahl nichts aus. Und auch wenn es natürlich schön ist, viel Platz zu haben, um sich auszubreiten und zu entfalten, kann auch eine kleine Wohnung Größe beweisen.

Wir verraten dir, worauf es bei der Einrichtung einer kleinen Wohnung besonders ankommt und wie  es auch auf engstem Raum gelingt, dir Platz für dich zu schaffen:

Ins rechte Licht gerückt

Bunte Wandfarben, gemusterte Tapeten und dunkle Möbel wirken in kleinen Räumen oftmals erdrückend. Viel besser eignen sich helle Farbtöne, die den Blick erweitern und den Raum dadurch größer wirken lassen. Neben klassischem Weiß gibt es hier eine ganze Palette neutraler Nuancen, die sich für den eleganten Ton-in-Ton-Look miteinander kombinieren lassen: Crème, Sand, Elfenbein, Champagner oder Vanille vergrößern optisch den Wohnraum und sind derart zeitlos, dass du dich nicht an ihnen sattsiehst.

Doch nicht nur farblich solltest du deine Wohnung ins rechte Licht rücken: Auch die Ausleuchtung spielt für die Wahrnehmung der Raumgröße eine wichtige Rolle. Viele kleine Lichtquellen an Decken, Wänden oder auf Tischen sorgen im wahrsten Sinne des Wortes für Highlights und mehr Raumtiefe. Statt riesiger Kronleuchter oder wuchtiger Standleuchten eignen sich besonders filigrane und kleine Leuchten oder unauffällige LED-Spots gut, um Weite zu schaffen, ohne dabei viel Platz einzunehmen. Wenn du zusätzlich große Spiegel an den Wänden platzierst, werden Helligkeit und Licht noch einmal reflektiert, was den Raum ebenfalls größer wirken lässt.

Groß gedacht

Erstrahlt deine Wohnung erst einmal im richtigen Licht, ist es Zeit, sich den individuellen Details deiner vier Wände zu widmen: Sieh dir deine Wohnung genau an und erkenne ihre Potenziale. Hat sie Nischen, Ecken oder Dachschrägen, denen du bisher keine Beachtung geschenkt hast? Wohnst du in einem Altbau mit hohen Wänden, die durch das richtige Regalsystem Stauraum bieten können? Solche Details solltest du in kleinen Räumen nicht ungenutzt lassen. Mit Eck- und Hochregalen oder kreativen Sonderlösungen lassen sich viele Winkel gekonnt einsetzen, um deine Habseligkeiten zu verstauen oder beiseitezuräumen, wenn du Besuch bekommst.

Grundsätzlich ist es außerdem sinnvoll, deine Möbel möglichst an den Wänden zu platzieren und nicht etwa in die Raummitte ragen zu lassen; das nimmt Platz weg und verkleinert dein Zimmer optisch. Überlege dir außerdem genau, welche Möbelstücke du unbedingt brauchst und auf welche du unter Umständen verzichten könntest: Müssen es wirklich zwei Nachttische sein oder reicht auch einer? Ist eine große Couch für dich allein notwendig oder genügt auch ein kleiner Sessel? Dein Raum wirkt umso größer, je weniger du darin platzierst.

Form und Funktion

Was die Auswahl der Möbel betrifft, gibt es ebenfalls einige Tricks, um die eigenen vier Wände etwas größer zu schummeln. So gibt es zum Beispiel viele Möbel mit doppelter Funktion, die wie gemacht für kleine Wohnungen sind: Schlafsofas ersetzen nicht nur wuchtige Betten, sondern lassen sich bei Bedarf auch zum gemütlichen Sitzplatz für den Besuch umbauen. In Beistelltischen und Hockern mit Stauraum kannst du alles aufbewahren, was du nicht so häufig brauchst. Und wenn wir gerade sowieso bei Hockern sind: Diese lassen sich auch in kleinen Wohn-Esszimmern oder Küchen unter den Tisch schieben und bilden damit platzsparende Alternativen zu Stühlen.

Falls du dich nicht mit einem Schlafsofa anfreunden kannst und ein Bett her muss, sind Bettkästen deine besten Freunde: In ihnen lassen sich saisonale Kleidung wie Winterjacken oder aber Bettbezüge und Handtücher verstauen, die andernfalls Platz in deinem Schrank wegnehmen.

Letztlich ist neben der Funktion jedoch auch die Form entscheidend: Gib schlanken und filigranen Möbeln den Vorzug vor wuchtigen und massiven Stücken. Diese wirken in kleinen Räumen schnell fehlplatziert und erdrückend. In deinen eigenen vier Wänden solltest du dich wohlfühlen, dich entspannen und wachsen können – das geht allerdings nur, wenn du den nötigen Freiraum dazu hast.

Auf das Beste reduziert

Da kleine Wohnungen schneller unaufgeräumt wirken als große, ist es nicht nur wichtig, dass du deine Habseligkeiten nach Gebrauch immer an ihren Platz zurückräumst und so Ordnung schaffst, sondern auch regelmäßig aussortierst und dich von Dingen trennst. Reduziere dich auf Gegenstände, Kleidungsstücke oder Gadgets, die du häufig benutzt, die einen starken Erinnerungswert innehalten oder die dir besonders gut gefallen. Alles, was du halbherzig aufgehoben hast, nimmt nur Platz weg, den du in anderer Form sinnvoll nutzen kannst: Weniger ist mehr.

Das gilt übrigens auch bei der Dekoration deiner vier Wände. Purismus und Minimalismus sind in Sachen Interior-Trends gerade sehr gefragt und entfalten besonders in kleinen Wohnungen ihre volle Wirkung. Beschränke dich auf wenige Details, klare Linien und viele Freiräume – dann wirkt auch die kleinste Wohnung absolut großartig.