Liebe verschenken – so einfach geht‘s

In letzter Minute durch Shopping-Center und Online-Shops hasten, Zutaten für Plätzchen einkaufen, wo vor wenigen Monaten Mehl und Hefe zu Mangelwaren wurden – fühlt sich das für dich dieses Jahr auch eigenartig an? Nach einem Jahr voller unerwarteter Ereignisse, Sorgen und Unsicherheit wünschen wir uns mehr Tiefgang, mehr Feingefühl für unsere Bedürfnisse und die unserer Liebsten – und keinen noch größeren Fernseher oder ein weiteres Designer-Kleid.

Die 5 Sprachen der Liebe

Hast du schon mal von den 5 Sprachen der Liebe gehört? Dieses Konzept geht auf den amerikanischen Psychologen und Paartherapeuten Gary Chapman zurück. Natürlich ist es   nicht nur auf Paarbeziehungen anwendbar, sondern lässt sich auf viele zwischenmenschliche Beziehungen übertragen, wie Freunde, Familie und Angehörige. Die Basis ist, dass wir alle unsere Liebe auf verschiedene Arten zeigen. Chapman kategorisiert dabei insgesamt fünf: Zweisamkeit, Worte der Zuneigung, Berührung, Geschenke und Hilfsbereitschaft. Vielleicht fällt dir bei den einzelnen Sprachen der Liebe bereits auf, welche mehr oder weniger mit deiner Ausdrucksart resonieren.

Zuneigung verpacken

Klingt alles schön und gut, aber was hat das nun mit Weihnachten zu tun? Ganz einfach, schließlich möchten wir in diesem Jahr etwas Besonderes verschenken und was ist wertvoller als unsere Liebe und Zuneigung? Eben. Deswegen zeigen wir dir, wie du deinen Lieben die Freude bereitest, die wirklich ihr Herz erobert.

Vorab ist es wichtig, ein wenig zu beobachten, wie die Beschenkten so ticken. Vielleicht erkennst du bei manchen FreundInnen ganz klare Tendenzen, welche Liebessprache sie sprechen, bei anderen wiederum braucht es noch etwas Beobachtung und ein paar Nachfragen. Um es dir etwas einfacher zu machen, haben wir Ideen für dich gesammelt, mit welchen Aufmerksamkeiten du die Bedürfnisse deiner Lieben am besten triffst.

Worte schenken

Sie kosten nichts, sind in Sekundenschnelle bei unserem Gegenüber und können dennoch so viel bewirken: Liebe Worte können auch unter aktuellen Umständen bedenkenlos ausgetauscht werden, selbst wenn vielleicht ein Mundschutz die Lautstärke dämpfen mag. Dabei müssen es nicht immer die großen Liebesbekundungen sein, auch ein einfaches „Schön, dich zu sehen“ gelangt direkt zum Herzen.

Möglicherweise geht es dem bzw. der Beschenkten manchmal weniger um das Geschenk, als um die beiliegende Karte mit ausgewählten, persönlichen Worten, die über ein „Frohes Fest“ hinausgehen. Sag der Person, welchen Stellenwert sie in deinem Leben hat, auch wenn es für dich selbstverständlich erscheint und du meinst, es nicht extra sagen zu müssen. Und ja, auch Bücher sind ein wundervoller Weg, verbalisierte Emotionen zu verschenken.

Geschenkidee: Eine Weihnachtskarte mit lieben Worten, ein Buch mit besonderer Bedeutung oder eine selbst geschriebene Geschichte.

Zweisamkeit genießen

Wer will nicht viel Zeit mit seinen Lieben verbringen? In diesem Jahr hat das in vielen Fällen unter den begrenzten Möglichkeiten gelitten. Doch auch ohne weltweite Isolierungsmaßnahmen können verschiedene Wohnorte oder ein stressiger Job häufiger mal persönliche Treffen erschweren.

Wenn du Menschen in deinem Umfeld hast, für die gemeinsame Zeit Zeichen ihrer Zuneigung ist, kannst du ihnen das unter normalen Umständen meist mit etwas Planung und Termine schieben einräumen. Aktuell scheint das natürlich schwieriger, aber das Internet macht ja glücklicherweise so einiges möglich. Vielleicht sind es häufigere Video-Calls oder gemeinsames Kochen per Video-Chat? Auch Konzerte, Museen & Co. sind mittlerweile online, wieso also nicht einfach mal ein virtuelles Treffen verschenken? Vom Wine-Tasting bis zum gemeinsamen Yoga-Kurs sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Geschenkidee: Gemeinsame Aktivitäten, wenn auch erstmal nur virtuell.

Aufmerksame Geschenke

Auch Geschenke können ein Zeichen der Liebe sein und damit eine Sprache, wie wir Zuneigung verstehen und – im wahrsten Sinne – verschenken. Dabei steht der Wert des Gegenstandes gar nicht im Vordergrund, sondern die persönliche Notiz, die dahintersteckt. Und so kann auch schon mal ein Gemüsemesser zum Liebes- bzw. Freundschaftsbeweis werden, wenn das Gegenüber aufmerksam beobachtet hat, dass du dich in der Küche beim Tomaten zerkleinern immer wieder mit stumpfen Messern abmühst. Kleine Aufmerksamkeiten und persönliche Geschenke sind hier der Weg zum Herzen.

Dafür muss es im Übrigen auch nicht Weihnachten sein: Menschen, die von Herzen schenken, tun das immer, wenn ihnen danach ist. Und so sollte auch das Schenken an Weihnachten nicht zum Pflichtprogramm werden.

Geschenkidee: Alles, was einen persönlichen Bezug hat und zeigt, dass man die Person kennt.

Hilfe anbieten

Beim Umzug helfen, die Kinder sitten oder in Quarantäne-Zeiten die Einkäufe besorgen – kleine Gefälligkeiten können einer Beziehung, sei es partnerschaftlich, freundschaftlich oder familiär, eine Menge Stabilität und Substanz geben. Doch wie verschenkt man sowas? Wer jetzt nicht wie in Kindertagen damit anfangen will, Gutscheine für 1x Frühstück machen zu schreiben, kann in den Weihnachtstagen auch anbieten, sich um das Festtagsessen zu kümmern und proaktiv Arbeit abzunehmen, die die Liebsten entlastet.

So können möglicherweise einfach die Aufgaben geteilt werden oder Anschaffungen gemacht werden, die anstehende Arbeiten unterstützen, beispielsweise eine Leiter fürs Lampen anbringen besorgen oder einen Transporter zum Entrümpeln engagieren.

Geschenkidee: Etwas, das der beschenkten Person den Alltag oder anstehende Aufgaben erleichtert.

Berührung & Nähe

Die Liebessprache über Berührung erscheint in einer Liebesbeziehung normal, unter Freunden oder in der Familie mag es vielleicht erstmal befremdlich wirken. Wenn wir mal etwas genauer in unser Umfeld schauen, erkennen wir aber bestimmt, dass es die ein oder andere Kuschelperson gibt, die auch ohne ersichtlichen Anlass gerne mal den Arm um einen legt oder den Rücken massiert, wenn sich eine Verspannung ankündigt.

Gerade Berührungen sind im Moment schwierig unter Freunden und all jenen, die nicht mit uns im Haushalt leben. Dennoch können wir zumindest im übertragenen Sinne sanfte Berührungen schenken – mit einer kuscheligen Decke, einem flauschig-weichen Kaschmir-Pulli oder einem Gua Sha, um der Haut sanfte Massageeinheiten schenken zu können.

Geschenkidee: Kuscheleinheiten – zumindest aktuell im übertragenen Sinne.

Und, habt ihr euch oder eure Lieben in den verschiedenen Liebessprachen wiedergefunden? Wir wünschen in jedem Fall ein ganz besonders schönes Schenken und beschenkt werden in diesem Jahr!