Nachhaltige Trends von der Neonyt

Wir lieben Mode, wir lieben es, uns neu einzukleiden und wir lieben es auch, uns Gedanken über die Wahl unseres Outfits zu machen. Neben der grundlegenden Frage nach dem Was (ziehe ich an?) oder dem Wie (kombiniere ich es?), möchten viele von uns mittlerweile aber auch über das Wo Bescheid wissen: Wo kommt meine Kleidung her?

Megatrend: bewusst und transparent

Vielleicht hast auch du dich schon das ein oder andere Mal gefragt, wie nachhaltig deine Lieblingsteile produziert werden – es ist schließlich kein Geheimnis, dass die Textilindustrie die Umwelt stark belastet. Die Frage, wie ein Wandel von Fast zu Sustainable Fashion aussehen kann, wirft alljährlich die Neonyt auf, der globale Hub für Fashion, Nachhaltigkeit und Innovation. Dort stellen internationale Aussteller vor, wie sich die Liebe zur Mode mit der Liebe zur Umwelt vereinbaren lässt. Wir haben uns für dich in der diesjährigen Location, dem ehemaligen Gelände des Flughafens Tempelhof, umgesehen und die spannendsten Erkenntnisse festgehalten – sharing is caring!

Innovation durch Ursprünglichkeit

Die ökologische Belastung beginnt in der Textilherstellung nicht erst bei der Produktion: Schon beim Anbau der Stoffe können giftige Substanzen in die Umwelt gelangen und große Mengen an CO2 ausgestoßen werden. Viele auf Nachhaltigkeit bedachte Hersteller sind deshalb dazu übergegangen, mit Naturfasern wie beispielsweise Bio-Baumwolle, Hanf, Filz oder Leinen zu arbeiten. Auch recycelte Stoffe oder Produktionsreste gewinnen immer mehr an Relevanz: Von wiederaufbereitetem Leder, Denim und Autositzbezügen bis hin zu recycletem PET-Polyester gab es auf der Neonyt einiges zu sehen. Die Taschen des veganen Labels nuuwaï wiederum bestehen zur Hälfte aus AppleSkin, welche aus den Abfällen gewonnen wird, die beispielsweise bei der Produktion von Apfelsaft entstehen. Dadurch wird, verglichen mit anderen veganen Lederalternativen aus Polyurethan (PU), ein beträchtlicher Teil an PU eingespart.

Natürliche und recycelte Materialien

Bei Weitem sind sie nicht die einzigen mit revolutionären Ideen für die Modeindustrie. Tatsächlich führen uns viele der neuen Ideen wieder zurück zu sehr ursprünglichen, natürlichen und biologisch abbaubaren Produkten.

Kork und Kautschuk sind beliebte Grundstoffe für Schuhe, Taschen oder Accessoires jeglicher Art und selbst Holz findet seinen kreativen Weg in innovative Outfitdetails (lies hier mehr zu BeWooden). Ein anderer nachhaltiger Weg ist es, bereits Produziertem oder Gebrauchtem eine zweite Chance zu geben. Wiederverwenden, Reparieren, Upcyceln und Kaputtes zu neuem Leben erwecken – Trends, die nicht nach Einschränkung oder Verzicht für den Verbraucher klingen, sondern nach Vielfalt, Umdenken und Bewusstsein.

BeWooden

Trash to Treasure

Mancher geht noch einen Schritt weiter und fertigt neue Schätze aus Abfall. So wie Ecoalf,  ein Label, das Plastikmüll aus den Meeren als Werkstoff verwendet, um hochwertige, selbstbewusste, moderne und zugleich zeitlose Mode zu produzieren. Die gesammelten Abfälle werden erst in ein Granulat, später in ein Garn verwandelt und so entsteht Kleidung, die die Umwelt nicht nur nicht belastet, sondern darüber hinaus entlastet. Unter dem Motto „Because there is no planet B“ ist die Idee von Ecoalf einer von vielen kleinen Schritten, die die Industrie in Richtung Zukunft gehen kann.

Nachhaltige Designs

Der Wandel findet jedoch nicht nur hinter den verschlossenen Türen der Anbau- und Produktionsstätten statt, sondern zeigt sich auch im Design. Zeitlose Klassiker erstrahlen in neuen Silhouetten, sodass sie lange Zeit geliebt und getragen werden können.

Neben natürlichen Stoffen sind auch Erd- und Naturöne wieder gefragt, die in diesem Jahr alle wichtigen Trendstücke, vom Oversize-Mantel bis zur Culotte, zieren. Erdung, Kreislauf und Verbundenheit zeigen sich in der Farbwahl, die nicht nur sehr an die Natur erinnern, sondern auch neutral genug ist, um länger, als nur eine Saison zu überdauern. Neben der Lebensdauer im eigentlichen Sinne verlängert sich bei unserer Kleidung damit auch die trendabhängige Lebensdauer.

Die Message ist laut

Wer es plakativ mag, greift zu Statement-Sweatern und -Shirts, die statt Logos und Brands Rufe nach Nachhaltigkeit und Umweltschutz visualisieren und TrägerInnen zu BotschafterInnen werden lassen. Dahinter steckt weit mehr als bloß ein cleverer Marketing-Coup: Die Hersteller reagieren auf die gestiegene Nachfrage seitens der KundInnen, die immer bedachter und informierter einkaufen. Kein Wunder also, dass die Neonyt die Zahl ihrer FachbesucherInnen in diesem Jahr im Vergleich zum Januar 2019 verdoppeln konnte.