Ruhe zulassen – gerade jetzt

Der Alltag in der momentanen Pandemie fordert viele Umstellungen und Kompromisse von allen. Etwa drei Monate begleiten uns diese Veränderungen und auch Einschränkungen jeden Tag drastisch. Aber dieser neue Alltag hat auch einige Aspekte, in denen das Leben einfacher und klarer ist, als vorher. Da uns die „neue Realität“ wohl noch eine ganze Weile erhalten bleibt und damit du die Zeit dennoch genießen kannst, haben wir zusammengefasst, was gerade stressfreier laufen könnte, als sonst.

Weniger Termine und Koordination – weniger Stress

Es ist weniger los, aber das ist nicht nur schlecht. Es gibt weniger Termine zu vereinbaren, weniger Treffen zu koordinieren, generell einfach weniger zu planen. Einerseits ist es eine Typfrage – manche Menschen finden Genugtuung in der Planung, andere kostet sie Kraft. Insgesamt ist es aber eine Entlastung, weniger Termine im Blick haben zu müssen. Du kannst etwas mehr loslassen, Tage einfach fließen lassen und hast dadurch den Kopf frei für andere Dinge oder Gedanken, die dir wichtig sind. Du kannst dich zum Beispiel viel mehr damit beschäftigen, wie es dir oder den Menschen, die du im Moment um dich hast, geht.

Weniger Büro – mehr Zeit zuhause

Home Office muss nicht nur einsam sein. Es bietet die Möglichkeit, konzentrierter und fokussierter ohne Unterbrechungen und Einflüsse von außen zu arbeiten. So lassen sich eher Konzentrationsphasen und Sprints einlegen, die durch ihre hohe Effizienz auch die Vereinbarkeit von beruflichem und privatem Alltag besser ermöglichen. In der Mittagspause Zeit zum Kochen nehmen, zwischendurch mal die Waschmaschine anmachen oder Termine bei der Post oder beim Arzt passen gut in einen solchen strukturierten Ablauf. Dadurch bekommst du die Möglichkeit, private und berufliche Verpflichtungen besser zu verteilen und den Tag mit dem Gefühl zu beenden, alles geschafft zu haben.

Weniger Wegzeit – mehr Zeit für dich

Du bist wahrscheinlich daran gewöhnt, mit dem Rad, dem Auto, mit der Bahn oder zu Fuß täglich eine An- und Abreisezeit zur Arbeit zu investieren. Durch die neuen Home-Office-Regelungen vielerorts lernst du aber auch kennen, wie es sein kann, diese Zeit nicht als leere Zeit zu den täglichen Arbeitsstunden zu addieren. Was für ein Luxus ist es erst, den Morgen nicht mit 100 missmutigen Fremden im Stadtverkehr teilen zu müssen, sondern friedlich deine Morgenroutine zu genießen, bis es schließlich an den Schreibtisch geht? Oder wenn der Arbeitstag mit dem Herunterfahren deines Rechners oder dem Zusammenräumen deiner Arbeitsutensilien endet. Ab diesem Zeitpunkt gehört der Abend dir.

Weniger Einflüsse von außen – größerer Fokus auf dich

Nicht nur während deiner Arbeitszeit kannst du dich mehr auf dich konzentrieren dank der aktuellen Ruhe – du hast insgesamt mehr Zeit und mehr Fokus, dich selbst im Alltag zu beobachten. Wie geht es dir? Welche Gedanken hast du, welche Gefühle und welche Wünsche? Während du im Stress bist, andere Menschen dich stark in Anspruch nehmen und dich von deinen Bedürfnissen ablenken, ist es nicht leicht, die Verbindung zum eigenen Inneren herzustellen. Jetzt gerade ist die beste Zeit dafür, dich noch besser kennen- und verstehen zu lernen.

Weniger sozialer Druck – mehr innerer Frieden

Arbeit und Privatleben zeitlich und auch gemäß den eigenen körperlichen und psychischen Kapazitäten unter einen Hut zu bringen, kann herausfordernd sein. Dieser Spagat fordert viel Koordination und Priorisierung. Und natürlich den Willen, alles in einem Tag unterzubringen, was dir persönlich wichtig ist. Aktuell gibt es kaum Veranstaltungen, wenige Gruppenaktivitäten, Parties oder Events. Das ist schade, aber so gibt es wiederum auch wenig Anstrengendes, was du einplanen musst. Je schöner das Wetter und je stressiger der Arbeitstag, desto größer das Verlustgefühl, wenn du nach dem Feierabend keine Energie mehr aufbringen kannst, etwas zu unternehmen, obwohl du gern wolltest. Es gibt im Moment weniger zu verpassen und das ist wunderbar. Weniger sozialer Druck, weniger Termine, zwischen denen du dich entscheiden musst und weniger Organisation in deiner Freizeit. Diese entschleunigte Zeit kann sehr heilsam sein.

Weniger soziale Kontakte – mehr Platz für die engsten Beziehungen

Nachdem du überwunden hast, dass es im Moment mit manchen wichtigen Menschen aufgrund der äußeren Umstände kompliziert oder nicht möglich ist, sich regelmäßig zu sehen, gibt es bei allem Vermissen auch einen Vorteil: Du kannst die wenigen sozialen Kontakte, die du aktuell hast, pflegen, stärken, längst fällige Fragen stellen oder Gespräche führen und dich den Menschen, die im Moment um dich sind, ganz gezielt und aufmerksam zuwenden. Seien es dein/e MitbewohnerIn, Familie, Freunde, die in der Nähe sind oder Partner und Partnerin.

Weniger Möglichkeiten – Mehr Wertschätzung

Durch begrenzte Möglichkeiten, welche Menschen du treffen, welche Orte besuchen oder bereisen und welche Freizeitaktivitäten du ausüben und überhaupt wie du deine Zeit gestalten kannst, stellt sich neben Wehmut auch etwas Positives ein: Du beginnst, wertzuschätzen, was und wer dir gerade bleibt und deinen Alltag bereichert. Außerdem kann es durch diese Situation einfacher sein, zu bemerken, was dir wirklich im Alltag fehlt und so wichtig ist, dass du in Zukunft nicht darauf verzichten möchtest. So hast du in jeden Fall etwas, worauf du dich nach der Pandemie freuen kannst.

Gibt es Aspekte des „neuen Alltags“, die du einfacher findest, als in der Normalität, die du vorher gelebt hast? Eine Pandemie ist eine Situation, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Damit der Alltag aber nicht nur schwer ist, wollen wir dir hier Impulse bieten, das Gute zu sehen. Wir hoffen, dass du deine Zeit genießen und das Beste aus ihr machen kannst in jedem Moment.