Was macht eigentlich ein Stylist?

Der Traumberuf vieler Jugendlicher und Studierender ist seit einiger Zeit der eines Stylisten. Allerdings gehört dazu mehr als Interesse an Mode und eine Leidenschaft fürs Shopping. Ganz im Gegenteil, Stylist sein, heißt eine Menge mehr als das. Das fängt schon beim Tätigkeits-Spektrum eines Stylisten an. Wer denkt er / sie ziehe nur plump reichen Stars und Sternchen Designer-Kleidung über, der hat weit gefehlt.

Georg Roske, Styling: Katrin Schlotterhose, H&M: Aga SchillertStylisten konzipieren Modestrecken für Magazine, ja das ist richtig, dazu gehört ein mächtiges Backgroundwissen an Trends, Styles und Marken. Es werden im Vorfeld Moodboards kreiert, Typen gesucht, Stories um die Strecke gesponnen; das ist keine Arbeit von 5 Minuten, sondern nimmt schon seine Zeit in Anspruch. Wird das Konzept von der Art Direction abgenommen, heißt es, die passende Kleidung zu finden. Die ist meist in Showrooms auf der ganzen Welt verteilt und das heißt für den Stylisten wiederum, logistisches Talent, Fremdsprachen aller Art und Improvisations-Sinn sind gefragt. Steht die Crew aus Fotografen, Models, Hair & Make-up Artists, geht’s erst ans Set. Dabei stehen die meisten Looks schon lange fest und nur noch Abwandlungen und kleine Details stehen im Fokus des Shootings. Zusammen mit dem Fotografen werden im Anschluss die besten Looks ausgewählt und gehen in die Retusche, bis sie letztlich von der Redaktion angenommen werden und in einem Heft landen.

Stylisten arbeiten natürlich auch für Celebrities, dabei ist es wichtig, sich in die jeweiligen Menschen hineinzuversetzen. Beim Styling steht man niemals selbst im Vordergrund, es sind immer die Personen oder das Projekt, für welches man gebucht wird. Und Eigenarten jeder Art gehören zum Job dazu, also ist neben Modegespür auch ein dickes Fell sehr wichtig.

Markus Rock Styling: Katrin Schlotterhose, H&M: Cecilia Bourgueil

Beim Styling gibt es natürlich auch verschiedene Ausrichtungen, entweder man liebt Fashion und würde gerne für ein Magazin arbeiten oder man dreht lieber Werbe-Spots und Filme. Auch beim Theater werden Stylisten gesucht und eben auch bei Unternehmen sowie von großen Superstars. Empfehlenswert ist immer ein modischer Background: Man kann Modejournalismus, Modedesign oder Modemanagement studieren, um die nötigen Basics zu bekommen. Aber natürlich gibt es immer wieder Leute, die als Quereinsteiger mehr Glück als Verstand haben;-)

Titelbild: Foto: Georg Roske, Styling: Katrin Schlotterhose, H&M: Jazz Mang