Wohlfühlort – Deine Wohnung kann was

Du hast es geschafft. Du hast dich gegen 50 Mitbewerber behauptet, warst ausdauernd und mutig, hattest immer eine klare Vision vor Augen und hast deine Überzeugung nie aufgegeben, dass du deine Traumwohnung findest. Nun ist dein Mietvertrag unterschrieben und der spaßige Teil beginnt: Aussuchen und Einrichten. Um das volle Potenzial deiner Wohnung zu nutzen, um dich ganz dort wiederfinden und niederlassen zu können, kommen hier unsere Tipps für deinen idealen Wohlfühlort zuhause.

Prioritäten

Schon bevor du dich für deine Wohnung entscheidest, aber auch während du sie einrichtest, hilft es, zu fokussieren, was dir am wichtigsten ist im Alltag, wie du die Wohnung nutzen möchtest und welcher Typ du bist. Bist du extrovertiert oder introvertiert? Hast du gern Besuch oder am liebsten deine Ruhe? Hast du ein Hobby, für das du Platz haben möchtest? Nicht jede Wohnung benötigt eine klassische Aufteilung. Nicht jeder braucht ein Wohnzimmer, nicht jeder ein Esszimmer. Konzipiere deine Wohnung nach deinen Bedürfnissen.

Akzeptanz

Genau, wie du dein Alltagsleben nach deinen Stärken, Interessen und Vorlieben gestaltest, hilft es auch, deine Wohnung auf diese Weise zu betrachten. Was ist in deiner Wohnung von ihrem Schnitt und den Voraussetzungen besonders schön und trifft besonders deinen Geschmack? Wo ist der meiste Platz, das meiste Licht? Was kannst du kaum erwarten, einzurichten? Orientiere deine Einrichtung daran, was in deiner Wohnung möglich und dir wichtig ist. Deine Küche ist zu schmal und klein für eine ausladende Tafel, aber du liebst es, deine Freunde zum Essen einzuladen? Finde zum Beispiel mit einem Wandklappzisch eine kreative Lösung oder richte deinen Esstisch stattdessen in deinem geräumigen Wohnzimmer ein. Dein Schlafzimmer ist klein, aber dein Traum ein Kingsize-Bett? Wie wäre es mit einer Schlafebene oder einem Hochbett? Du hast zwei Zimmer und eines davon liegt hofwärts, eines zur Straße? Das leisere Zimmer sollte dein Schlafzimmer oder Rückzugsort werden. Sieh die Möglichkeiten, gleiche sie mit der Vision deiner Einrichtung ab und mach dich auf die Suche nach flexiblen und individuellen Lösungen.

Ausrichtung

Hast du dich mal mit einem Kompass in deine Wohnung gestellt, um einzuordnen, in welche Himmelsrichtungen deine Zimmer ausgerichtet sind? Auf diese Weise kannst du deine Räume optimal nutzen. Ein Schlafzimmer nach Westen hin bringt dir beispielsweise eine wunderbare, goldene Abendstimmung und mit jedem Sonnenuntergang den perfekten Auftakt in eine entspannte und ruhige Nacht. Ein Südbalkon ist perfekt für Sonnenbäder und lichthungrige Pflanzen und mit einer Küche gen Osten genießt du deinen ersten Kaffee gleichzeitig mit den allerersten Sonnenstrahlen des Tages. Finde ganz einfach heraus, in welche Himmelsrichtung die Fenster deiner verschiedenen Räume ausgerichtet sind und definiere so für jedes deiner Bedürfnisse den idealen Ort in deiner Wohnung.

Umfeld

Neben der geografischen Ausrichtung deines Zuhauses spielt auch das direkte Umfeld, die Aussicht, das Geräuschumfeld und weitere Einflüsse von außen eine Rolle bei der Einrichtung. Worauf blickst du aus den Fenstern deiner verschiedenen Zimmer? Eine Straße, Bäume oder eventuell aufs Nachbarhaus? Und wie laut ist es in den einzelnen Zimmern, hörst du den Straßenverkehr, die Nachbarn oder hast du es ruhig? Licht, Lärm, Privatsphäre und Atmosphäre sind wesentliche Faktoren bei der Einrichtung. Nach diesen äußeren Faktoren, die sich kaum beeinflussen lassen und auf der anderen Seite deinen persönlichen Bedürfnissen, solltest du deine Zimmer aufteilen.

Licht und Freundlichkeit

Behalte den natürlichen Lichteinfall in deiner Wohnung im Blick und richte dementsprechend ein. Versuche, Sitzecken, Betten oder andere Orte, an denen du dich gern und lang aufhältst, in der Nähe eines Fensters bzw. unter dem Einfluss von ausreichend natürlichem Licht zu positionieren. Versuche gleichzeitig, deine Fenster oder hellen Räume nicht zuzustellen, sondern mit dem Fall des Lichts zu strukturieren. Helle und freundliche Farben unterstützen dich dabei. Unterschätze nicht, wie eine dunkle Wandfarbe, dunkles Holz oder schwere Vorhänge einen Raum insgesamt verdüstern können. Denselben wohligen Effekt wie Farben mit warmem Unterton hat auch warmes Licht im Gegensatz zu kaltem.

Platz

Egal, ob du viel Platz hast oder wenig: Du kannst ihn für dich nutzen. Wähle deine Möbelstücke mit Bedacht und priorisiere genau: Was kannst du dir wirklich gut vorstellen in deinen vier Wänden und vor allen Dingen: Was benötigst du? Stelle dir die perfekte Einrichtung für das jeweilige Zimmer vor und denke dir dann ein bis zwei Möbelstücke wieder weg, auf die du verzichten kannst. Ein leeres Zimmer wirkt größer, als es eingerichtet tatsächlich ist. Lass dir so viel freien Platz, wie es geht. So sorgst du für Weite und vermeidest das Gefühl, eingeengt zu sein.

Leichtigkeit

Natürliche und dezente Elemente wie Leinen, Leder, Kork und Holz kommen in deinem Style bisher nicht vor? Für deine Einrichtung kann es sich lohnen, dieses Prinzip über Bord zu werfen. Leichte Materialien lassen deinem Interieur optischen Spielraum. Wenn du vor der Wahl stehst, welche Materialien du in deine Einrichtung integrieren möchtest, dann entscheide dich im Zweifelsfall für den natürlichen oder naturnahen Weg. Dadurch verleihst du deinem Zuhause Leben und Persönlichkeit, was es wiederum wohnlich und gemütlich macht.

Farben

Unbeschwertheit und Natürlichkeit sind außerdem gute Richtlinien für die Wahl der Farben. Selbst wenn Weiß, Crème-, Sand-, und Erdtöne kleidungstechnisch nicht deinem Geschmack entsprechen – als Interior-Elemente können sie was. Egal, ob du kleine oder große, helle oder dunkle Räume in deiner Wohnung hast – neutrale, helle, natürliche Farben sind einladend und schaffen Verbundenheit. Kühlen und künstlichen Oberflächen wie Metall oder Plastik gelingt das weniger gut. Besonders warme, unaufgeregte Farben wie Holztöne, Sand, Karamell, Beige oder Crèmeweiß sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Natürlich ist das Geschmackssache, kann auch eintönig werden und Farbakzente können deiner Einrichtung das gewisse Etwas verleihen. Doch für deinen persönlichen Rückzugs- und Ruheort gilt: Je freundlicher und unaufgeregter das Umfeld, desto positiver und beruhigender wirkt es sich unbewusst auf deine Stimmung aus.

Balance aus Lebendigkeit und Ruhe

Details, die deinen Blick auf sich ziehen und über die du dich jeden Tag erfreuen kannst, geben deinem Zuhause Charakter. Achte darauf, während du deine Lieblingsdetails, Deko, Bilder, Erinnerungen und Alltagsgegenstände platzierst, insgesamt dennoch eine ruhige und unaufgeregte Gesamtansicht im Raum zu bewahren. Ein Beispiel für eine Szenerie, in der viel los ist, ist ein vollgestelltes Regal oder auch ein Bücherregal mit vielen Farben, Formen und Elementen. Diese nimmst du unbewusst als lebhafte, aber unruhige Fläche wahr. Schaffe einen Ausgleich, indem du den Rest des Raumes ruhig gestaltest, große, einheitliche Flächen zum Tragen kommen lässt und einheitliche Farben, Materialien und Oberflächen einbringst.

Bleib frisch

Nachdem du dich so eingerichtet hast, wie du dich am wohlsten fühlst, kannst du dir weiterhin regelmäßig die Frage stellen: Does this still spark joy? Dein Geschmack, deine Stimmung und deine Bedürfnisse verändern sich permanent und deshalb ist es auch ok, wenn dir manches nicht ein Leben lang gefällt. Miste regelmäßig aus, halte deinen Bestand überschaubar und ersetze und/oder verkaufe, was seine Zeit in deinem Besitz hinter sich hat. Bleib in Bewegung, deine Wohnung darf genauso dynamisch sein, wie du.