Schick in Strick: So pflegst du Wolle richtig

Ein heißer Kakao mit Sahnehaube, ein ganzes Wochenende mit der Lieblingsserie auf der Couch, warme Kürbissuppe, dick eingemummelt spazieren gehen und kuschelige Strickpullover tragen – so fühlt sich der perfekte Herbst an. Damit der Strick auch lange schick bleibt – hier die besten Pflegetipps für den heiß geliebten Wollpullover.

Wolle richtig lagern

Am liebsten hat man seine Lieblingsstücke ja immer im Blick – der Wollpulli sollte jedoch nicht an der Kleiderstange hängen, sondern im Liegen gelagert werden. Dadurch vermeidest du das Ausleiern der Fasern. So bleiben die Stricksachen schön lange in Form.

Da nicht nur wir große Fans von weicher Wolle sind, sondern auch Motten, solltest du sie gut vor den Faltern schützen. Ein einfacher Trick, den wir bei Oma abschauen können, sind duftende Lavendelkissen oder Kugeln aus Zedernholz, die man einfach in die Nähe der Wolle legt. Wenn die Motten sich davon allein nicht abschrecken lassen, hilft die Lagerung in Plastiktüten.

Auslüften statt waschen

Auch eine sanfte Wäsche ist für Wolle ziemlich viel Belastung und je häufiger sie gewaschen wird, desto mehr verliert der feine Zwirn an Lebensdauer. Die logische Konsequenz daraus – so wenig wie möglich waschen! Klingt einfach, oder?

Wolle muss – anders als Unterwäsche oder Socken – nicht nach jedem Tragen gewaschen werden. Eine Nacht an der frischen Luft befreit von fiesen Gerüchen und macht den Pulli ruckzuck wieder richtig dufte. Dennoch kann es mal passieren, dass die Tomatensoße beim Spaghettiessen fröhlich auf die Kleidung spritzt oder auch der Pulli etwas vom Kaffee am Morgen abbekommen hat. In dem Fall geht’s weiter zum nächsten Punkt.

Wie pflegen? Handwäsche vs. Wollprogramm

Ein weit verbreiteter Mythos rund um hochwertigen Strick ist das Thema mit dem Waschen. Für viele bedeutet Wolle gleich Handwäsche. Dabei ist das Wollprogramm der Waschmaschine deutlich schonender. Zu groß die Gefahr, dass zu heiß gewaschen oder zu stark gerieben wird. Deshalb lieber auf den Wollwaschgang einer zuverlässigen Maschine setzen. Mit dem richtigen Wollwaschmittel fühlt sich der Pullover nicht nur pudelwohl, er kommt auch schön flauschig aus der Wäsche. Bei hartnäckigen Flecken sollte unbedingt die professionelle Reinigung ran.

Wer dennoch kleine Flecken mit der Hand rauswaschen möchte, achtet am besten darauf, den nassen Pullover nicht auszuwringen. Stattdessen einfach in ein Handtuch einrollen und die Feuchtigkeit sanft ausdrücken. Im Anschluss liegend trocknen.

So wird Wolle wieder flauschig

Hört sich komisch an, funktioniert aber tatsächlich: Wenn der Wollpullover nicht mehr weich und flauschig ist, einfach auf Eis legen. Den Lieblingspulli leicht anfeuchten, in einen Gefrierbeutel legen und für 1–2 Stunden ins Eisfach mit ihm. Danach im Liegen trocknen. Hilft auch gegen haarende Modelle oder wenns beim Tragen kratzt.

Falls die feinen Härchen der Wolle, zum Beispiel bei Angora, nicht mehr fluffig aufrechtstehen, gibt es einen ganz einfachen Trick, für den du nicht mehr als eine Plastiktüte brauchst. Pack den Pullover in die Tüte und schüttle sie. Durch die statische Aufladung ist alles im Nu wieder wie neu. Alternativ kannst du auch ganz vorsichtig mit einer Haarbürste die zarten Wollhärchen wieder aufbürsten. Hier bitte mit ganz viel Fingerspitzengefühl rangehen, um das Material nicht zu verletzen.

Bei Kaschmir kannst zum Beispiel auch mit dem Bügeleisen auf niedrigster Stufe über die Härchen fahren, bis sie sich wieder aufstellen. Auch hier bitte aufpassen und mit dem Bügeleisen möglichst nicht die Wolle berühren, sonst könnte sich Glanz bilden.

Keine Chance für Pilling

Jeder kennt sie. Die kleinen Knötchen, die sich nach mehrmaligem Tragen auf Wollpullovern tummeln. Besonders Kaschmir ist von diesem Problem besonders häufig betroffen, unabhängig von der Qualität der Kaschmirwolle. Doch mit einem Anti-Pilling-Kamm oder einem Elektro-Fusselrasierer haben Wollknötchen keine Chance mehr. Wer beides gerade nicht zur Hand hat, kann auch mit einem Einweg-Rasierer ganz vorsichtig über das Strickstück gehen.

Wolle für jede Lebenslage

Herbst und Winter bedeuten für uns, von Kopf bis Fuß in Wolle gehüllt zu sein – und dann vielleicht sogar noch eine flauschige Decke drüber. Doch für alle Stücke gilt das Gleiche: wenig Waschen, gut auslüften, liegend lagern und mit ganz vielen Streicheleinheiten versehen, damit der Kuschelfaktor ganz lange erhalten bleibt.